18.12.2002

HIN & HER

Bildquelle: VU

Vivendi Universals verwirrende Geschäfte

In den letzten Tagen trudeln immer mehr verwirrende Berichte zur Geschäftsgebahrung des französischen Mischkonzerns Vivendi Universal ein.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Vivendi seine gesamte Beteiligung an der amerikanischen Satelliten-TV-Firma Echostar für 1,066 Mrd. USD an Echostar zurückgibt. Erst vor wenigen Tagen war die Fusion mit der größten amerikanischen Satelliten-TV-Firma Hughes am Widerstand der Kartellrechtshüter in Washington gescheitert. Das ebnete allerdings wiederum den Weg für die Transaktion mit Vivendi.

Am Vormittag kam die Nachricht, dass Vivendi Environment sein Wasser- und Energiegeschäft in Ostdeutschland ausbauen will. Laut "Financial Times Deutschland" ["FTD"] ist der Pariser Konzern der aussichtreichste Kandidat für einen Einstieg in die Wasser- und Energieversorgung im sächsischen Weißwasser und im thüringischen Gera.

Erst heute berichteten wir, dass Vivendi sich von seiner Gamesparte trennen will. Für Vivendi Universal Interactive Publishing will der Konzern zwei Mrd. USD, Experten bezweifeln allerdings, dass die Sparte zu diesem Preis verkauft werden kann.

Obwohl zu VUIP bekannte Softwareschmieden wie Blizzard ["Warcraft", "Starcraft"] und Sierra ["Counterstrike"] gehören, schätzen Branchenkenner die Preisvorstellungen von Vivendi als "entschieden zu hoch" ein, berichtet die "FTD".

Anfang Dezember hat Vivendi den Kampf um die französische Telefongesellschaft Cegetel gegen die britische Vodafone gewonnen. Vivendi Universal wird den 26-prozentigen Anteil der British Telecom [BT] an Cegetel für vier Milliarden Euro übernehmen.

Anlässlich der Übernahme sagte Firmenchef Jean-Rene Fourtou, der Konzern werde sich mittelfristig entweder von seinem Telefongeschäft oder von seiner US-Unterhaltungssparte trennen. Es gebe keinen Grund, auf Dauer beide Sparten zu behalten.