Vivendi Universals verwirrende Geschäfte
In den letzten Tagen trudeln immer mehr verwirrende Berichte zur Geschäftsgebahrung des französischen Mischkonzerns Vivendi Universal ein.
Am Mittwoch wurde bekannt, dass Vivendi seine gesamte Beteiligung an der amerikanischen Satelliten-TV-Firma Echostar für 1,066 Mrd. USD an Echostar zurückgibt. Erst vor wenigen Tagen war die Fusion mit der größten amerikanischen Satelliten-TV-Firma Hughes am Widerstand der Kartellrechtshüter in Washington gescheitert. Das ebnete allerdings wiederum den Weg für die Transaktion mit Vivendi.
Am Vormittag kam die Nachricht, dass Vivendi Environment sein Wasser- und Energiegeschäft in Ostdeutschland ausbauen will. Laut "Financial Times Deutschland" ["FTD"] ist der Pariser Konzern der aussichtreichste Kandidat für einen Einstieg in die Wasser- und Energieversorgung im sächsischen Weißwasser und im thüringischen Gera.
Vor nicht ganz einem Monat gab Vivendi die Trennung von Teilen seines ehemaligen Kerngeschäfts Wasser- und Umweltsparte bekannt. Noch in diesem Jahr werden 20,4 Prozent an französische Großanleger abgestoßen.
Vivendi trennt sich vom KerngeschäftErst heute berichteten wir, dass Vivendi sich von seiner Gamesparte trennen will. Für Vivendi Universal Interactive Publishing will der Konzern zwei Mrd. USD, Experten bezweifeln allerdings, dass die Sparte zu diesem Preis verkauft werden kann.
Obwohl zu VUIP bekannte Softwareschmieden wie Blizzard ["Warcraft", "Starcraft"] und Sierra ["Counterstrike"] gehören, schätzen Branchenkenner die Preisvorstellungen von Vivendi als "entschieden zu hoch" ein, berichtet die "FTD".
Zu der Spielesparte des Konzerns zählen die erfolgreichen Softwareschmieden Blizzard und Sierra sowie Universal Interactive, das auf Spiele auf der Basis von Kinofilmen des Schwesterunternehmens Universal Studios spezialisiert ist. VUIP arbeitet profitabel und erwirtschaftet in diesem Jahr rund 600 Mio. USD.
"Warcraft" und "CS" suchen neuen HerrenAnfang Dezember hat Vivendi den Kampf um die französische Telefongesellschaft Cegetel gegen die britische Vodafone gewonnen. Vivendi Universal wird den 26-prozentigen Anteil der British Telecom [BT] an Cegetel für vier Milliarden Euro übernehmen.
Anlässlich der Übernahme sagte Firmenchef Jean-Rene Fourtou, der Konzern werde sich mittelfristig entweder von seinem Telefongeschäft oder von seiner US-Unterhaltungssparte trennen. Es gebe keinen Grund, auf Dauer beide Sparten zu behalten.
Das Angebot einer amerikanischen Investorengruppe über 20 Mrd. USD für seine US-Unterhaltungssparte hat Vivendi erst vor kurzem abgelehnt. Der angeboten Preis entspreche nicht dem Wert der Sparte, außerdem entspreche es nicht der Strategie des Unternehmens, diesen Bereich abzugeben.
20 Mrd. zu wenig für Vivendi-Unterhaltung
