Hollywood über Musikindustrie verärgert
Drei führende Verbände der amerikanischen Musik- und der Computerbranche haben sich gestern auf einen Kompromiss zum Schutz von digitalen Urheberrechten verständigt.
Das hat jetzt zu ungehaltenen Reaktionen der Filmindustrie geführt, die den Kompromiss vehement ablehnt und auch die Haltung der Musikindustrie nicht nachvollziehen kann.
Die in Washington vereinbarten Leitlinien sollen dem US-Kongress vorgelegt werden, der in den nächsten Wochen über Gesetzesänderungen zum Copyright in der Informationsgesellschaft berät. Getragen wird die Vereinbarung vom Verband der US-Musikindustrie [Recording Industry Association of America - RIAA], vom Software-Verband BSA [Business Software Alliance] und der Hardware-Vereinigung "Computer Systems Policy Project" [CSPP] mit Mitgliedern wie Dell, HP, IBM und Intel.
Musik- und IT-Industrie einigen sichKein Einlenken Hollywoods
Die Vereinbarung sieht die konsequente Verfolgung von Computernutzern vor, die illegal Kopien von Musikstücken oder Filmen erstellen und im Internet verbreiten.
Verzichten wollen die Industrieverbände hingegen auf Pläne, einen technischen Riegel in DVD-Abspielgeräte einzubauen. Das wird von den meisten Herstellern als zu teuer und zu kompliziert betrachtet.
Die MPAA [Motion Picture Association of America] hat jetzt verlauten lassen, dass die Filmindustrie auf keinen Fall bereit ist, diesen Verzicht mitzutragen, da es zu technischen Maßnahmen "keine Alternative" gebe.
Die MPAA steht immer noch zu den Gesetzesvorschlägen der Senatoren Hollings und Berman, die Kopierschutz in allen PCs und digitalen Geräten vorsehen.
Auf Grund des gewaltigen Aufschreis der Konsumentenverbände, die vor allem das Recht auf die Kopie für den privaten Gebrauch verletzt sahen, war den Vorschlägen dann doch nicht der gewünschte Erfolg beschieden.
Tech-Industrie gegen Hollywood
