07.01.2003

ALLIANZ

Bildquelle: PhotoDisc

Tech-Industrie gegen Hollywood

Die Begehrlichkeiten der Film- und Audioindustrie, alle digitalen Geräte bis hin zum PC zwangsweise mit restriktiven Kopierschutztechnologien auszurüsten, wird der Tech-Industrie offenbar zu viel.

Aufgeschreckt durch einige Gesetzesentwürfe vom letzten Halbjahr, welche die Hollywood-Lobby in den US-Kongress gepusht hatte, will die Technologiesparte nun zusammenrücken.

BSA hat ein Herz für Privatkopierer

Ausgerechnet die Business Software Alliance, eine der Softwareindustrie nahe stehende Gruppe, die sich ansonsten dem Kampf gegen Piraterie verschreibt, hat sich nun mit dem "Computer Systems Policy Project" verbündet. In letzterem sitzen Schwergewichte wie Intel, Hewlett-Packard und Microsoft.

Zusammen wollen sie den Kongress überzeugen, dass eine strikte Kopierschutz-Gesetzgebung Innovationen verhindern, Konsumenten verärgern und eine bereits angeschlagene Industrie weiter bügeln würde.

"Diese Entwicklungen haben einen starken Einfluss auf die Industrie und auf Intel", so Intels Lobbyist Doug Comer. "Es geht nicht nur darum, ob wir die Preise für unsere Chips erhöhen müssen, sondern es geht um die Zukunft, die für digitale Konsumenten erschaffen wird."

1:0 für Hollywood 2002

Im letzten Jahr gewann die Entertainment-Industrie die Oberhand, als die Senatoren Hollings und Berman Gesetzesvorschläge einbrachten, die Kopierschutz in allen PCs und digitalen Geräten vorsehen. Auf Grund des gewaltigen Aufschreis der Konsumentenverbände, die vor allem das Recht auf die Kopie für den privaten Gebrauch verletzt sahen, war den Vorschlägen dann doch nicht der gewünschte Erfolg beschieden.

Derzeit Gleichstand

Darüber hinaus wird der bisherige Vorsitzende des Wirtschaftskomitees, Senator Hollings, durch Senator John McCain ersetzt, einen in technischen Angelegenheiten bewanderten Menschen. Darüber hinaus hat Hollywood mit dem in Ruhestand getretenen Howard Coble, einst Chef des "Intellectual Property Subcommittee", einen wichtigen Verbündeten verloren.

Dennoch warnt Ken Kay, Geschäftsführer des "Computer Systems Policy Project", vor übertriebenen Hoffnungen: "Die Entertainment-Industrie hat in Washington bereits lobbyiert, bevor viele der Tech-Unternehmen überhaupt existierten. Es wäre ein gewaltiger Fehler, das zu unterschätzen."