13.01.2003

PÄDAGOGIK

Bildquelle: Picturedisk

Jedem Dreijährigen sein Laptop

Das auf Vorschulen spezialisiert Franchise-Unternehmen Primrose School Franchising Company eröffnet diese Woche in Bentwater in Atlanta, Georgia, eine von der Firma selbst betriebene Primrose School.

Sie soll als Testgebiet für die neuesten Bildungsideen, darunter auch technische Innovationen, dienen. Von Beginn an soll jedes der Kinder [ab drei Jahre] einen Laptop erhalten, der kabellos mit dem Internet verbunden ist.

Alles Laptop

Die Kinder haben "überwachten" Internet-Zugang und können ihre Entdeckungen und Produktionen mit den anderen Kindern online teilen.

Den Unterschied zu anderen Vorschulen sieht Primrose neben dem Lehrplan namens "Balanced Learning" darin, dass die Computernutzung nicht auf bestimmte Fächer oder Zeiteinheiten beschränkt ist, sondern die Laptops sofort zu jedem Anlass beigezogen werden können.

"Wir spielen nicht mit der neuesten Cartoon-Figur oder Videospielen. Wir nutzen die Computer, um zu lernen, voll integriert in jeden Tagesablauf", sagte Vizepräsident Lee Scott. Auch für das Personal sieht Scott Vorteile.

Debatte noch unentschieden

Die Frage, ob und wie PCs, Videospiele und andere Technologien in Kindergärten geduldet oder sogar gefördert werden sollen, kann derzeit noch als weitgehend unbeantwortet betrachtet werden.

Medienfreie Kindergärten seien antiquiert und klammerten den Lebensalltag der Kinder aus, meint beispielsweise der Geschäftsführer des Frankfurter Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation, Detlef Ruffert.

Nach Meinung eines Lese-Experten sollten Kinder dagegen nicht zu früh vor einen Computer gesetzt werden.

Die Kinder sollten im Alter von etwa vier bis sieben Jahren zunächst auf herkömmliche Weise lesen und schreiben lernen, meint Arnoud de Kemp, Fachmann für elektronisches Publizieren.