Freispruch für "DVD Jon"
Der 19 Jahre alte Norweger Jon Lech Johansen, auch bekannt als "DVD Jon" und "DeCSS Jon", ist am Dienstag in Oslo von einem Gericht in allen Anklagepunkten freigesprochen worden.
Die Anklage hatte in ihrem Schlussplädoyer eine Strafe von 90 Tagen auf Bewährung gefordert.
Die Anklage warf Johansen vor, den Kopierschutz für DVDs ausgehebelt und das Kopierprogramm anschließend verbreitet zu haben. Das versetzte vor allem die Filmindustrie [MPAA] in Aufruhr, die sich mit dem Prozess vor einer drohenden Massenpiraterie ihrer Inhalte und den damit zusammenhängenden Einkommensverlusten schützen wollte.
Keine Software für Linux-OS
Auslöser für das Knacken der DVD-Codes war die Verärgerung des
damaligen Schülers, dass die Industrie keine Software zum Abspielen
von DVDs über das Betriebssystem Linux zur Verfügung stellte.
Interview mit dem DVD-"Hacker" im Jahr 2000DeCSS für private DVD-Kopie legal
Richterin Irene Sogn erklärte in der Urteilsbegründung, die Entschlüsselung von Codes zur privaten Nutzung eines DVD-Produktes sei nicht rechtswidrig. Demnach ist der Einsatz von DeCSS für die Erstellung von Privatkopien von DVDs in Norwegen legal.
Der Jugendliche hatte DeCSS geschrieben, um legal erworbene DVDs auf seinem Linux-Computer abspielen zu können.
Das Gericht lehnte auch die von den Klägern verlangte Konfiszierung von Johansens Computer sowie eine Geldstrafe und die Auferlegung der Verfahrenskosten ab.
Schlacht von "Cyber-David" gegen die "Corporate-Goliaths"
Der Fall hatte international viel Aufmerksamkeit erregt, da er
als Test für Urheberrechtsschutz und das Recht auf Privatkopien
angesehen wurde. Viele Internet-Aktivisten stellten den Prozess in
diesem Zusammenhang als einen Kampf von David gegen Goliath dar.
Prozess gegen DVD-Hacker zu Ende
