Ein Prozessor für China
Um sich aus der Abhängigkeit von ausländischen Firmen zu lösen, hat China einen eigenen Computerchip entwickelt.
Der "Dragon"-Prozessor wurde erstmals im September der Öffentlichkeit präsentiert. Heute wurde in China bekräftigt, den Chip in größeren Stückzahlen zu fertigen.
Der "Dragon Chip" soll keine westlichen Patente berühren und wurde von der Firma Shuguang und der chinesischen Akademie der Wissenschaften entwickelt. Er soll unter dem Server-System "Shuguang Linux" laufen.
Enorme Wachstumsraten
Derzeit ist das Land schon der weltweit drittgößte PC-Markt, der
außerdem enorme Wachstumsraten aufweist. Vor einiger Zeit wurde in
China eine eigene Linux-Distribution, "Red Flag Linux", entwickelt.
Ein "Drachen"-Prozessor gegen IntelDer Dragon-Chip läuft mit Taktfrequenzen zwischen 200 und 260 Megahertz - ungefähr gleich schnell wie Prozessoren, die Intel zwischen 1995 und 1997 feilbot. Der Chip soll daher bevorzugt Anwendungen, die weniger Rechenleistung benötigen, befeuern.
Li Guo Jie, Chef des Instituts für Computertechnologie an der chinesischen Wissenschaftsakademie, erwartet trotz der begrenzten Leistungsfähigkeit einen gewissen Marktanteil. "Man wird den Chip nicht allein deswegen kaufen, weil er in unserem Land produziert worden ist", ist Li Guo Jie realistisch. "Er muss wettbewerbsfähig sein und den Nerv des Marktes treffen".
Er kann sich den Chip in Computern, Handys und TV-Geräten vorstellen. Wie Marktbeobachter mitteilen, ist durchaus auch vorgesehen, den Prozessor im militärischen Bereich zu nützen. Im nächsten Jahr sollen eine Million Stück produziert werden. Heuer wurden bereits 10.000 Stück hergestellt.
Unterstützung durch Red Flag Linux
Die chinesische Wissenschaftsakademie, das Ministerium für Informationstechnologie, der Elektronikgigant Haier Group und Red Flag Software haben bereits ihre Unterstützung für den Chip angekündigt.
