TA will staatliche Förderung für Breitband
Österreich ist im dritten Quartal 2002 bei breitbandigen Internet-Zugängen im EU-Vergleich laut aktuellen Studien von Marktforschern vom dritten auf den vierten Rang - ex aequo mit den Niederlanden - abgerutscht.
Angesichts dieser Entwicklung forderte die Telekom Austria [TA] heute staatliche Förderungen für den weiteren ADSL-Ausbau sowie finanzielle Anreize bei Breitbandanschlüssen für Firmen und Private.
Spitzenreiter Schweden
Schweden führt mit 19 Prozent das Breitband-Internet-Ranking
[Stand Ende September] in Europa an, in Dänemark haben bereits 13,5
Prozent der Haushalte einen Breitbandzugang, in der Schweiz 12,5
Prozent. Die europäischen Schlusslichter sind Italien und
Großbritannien mit je 3,5 Prozent, knapp davor liegt Frankreich mit
4,5 Prozent. In Deutschland haben 6,8 Prozent der Haushalte einen
Breitbandzugang.
Zwölf Prozent der Österreicher haben BreitbandBreitband wird als zu teuer empfunden
Derzeit verfügen zwölf Prozent der befragten Verbraucher [sieben Prozent mit Kabelmodem und fünf Prozent mit ADSL] und mehr als ein Drittel aller Klein- und Mittelbetriebe über einen Breitband-Internet-Zugang. Damit liegt Österreich noch immer im europäischen Spitzenfeld.
"Ein wesentlicher Grund für die erst geringe Verbreitung von Hochgeschwindigkeitszugängen liegt darin, dass Breitband-Internet noch immer als zu teuer empfunden wird", erläutert Fessel-GfK-Geschäftsführer Rudolf Bretschneider.
Außerdem liegt der Grund für die unterschiedliche Durchdringung in Europa darin, dass in einigen Ländern - etwa in Schweden - Breitband-Internet von der Regierung gefördert wird.
Überschaubare Kosten bei Breitband-Flat-Rate
Nach einer aktuellen britischen Studie schätzen die meisten User
nicht die Geschwindigkeit und die Möglichkeit, durchgehend online zu
sein, sondern vor allem die überschaubaren Kosten dieser
Zugangsvariante. Meist als Flat Rate abonniert, muss der Nutzer beim
Surfen keinen Gedanken an unvermutete finanzielle Auswirkungen
verschwenden.
User schätzen Flat RateFörderung als Investitionsanreiz
Die Anschaffungsabsicht für Breitband verändert sich jedoch dramatisch, wenn eine Stützung durch Förderungen vorhanden wäre. Hochgerechnet wollen bis zu 1,8 Millionen Österreicher einen geförderten Breitbandanschluss.
Je jünger die Befragten, desto lauter wird der Ruf nach einer Förderung: Bei den unter 25-Jährigen ist es fast die Hälfte [47 Prozent], bei den 25- bis 39-Jährigen bzw. bei den 40- bis 54-Jährigen ist es jeweils ein knappes Drittel [32 Prozent bzw. 31 Prozent].
Bezüglich der Art der Förderung sprechen sich Konsumenten und Unternehmen vor allem für eine Förderung des monatlichen Flat-Tarifs - etwa in Form einer steuerlichen Absetzbarkeit - aus.
TATA: "Staatliche Förderungen unumgänglich"
Die TA habe mit Investitionen von 780 Mio. Euro in den letzten vier Jahren eine 80-prozentige ADSL-Abdeckung in Österreich geschafft, erklärte TA-Technik- und -Marketingvorstand Rudolf Fischer.
Da sich weitere Investitionen nicht rechnen würden, das Unternehmen aber eine ADSL-Abdeckung von 90 bis 95 Prozent anstrebe, seien staatliche Förderungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht unumgänglich.
Nur so könnten die fehlenden 0,6 Millionen Haushalte in den ländlichen Regionen mittelfristig abgedeckt werden. Als Instrumente sind staatliche Direktförderungen ebenso denkbar wie Steuererleichterungen für Investitionen in die Infrastruktur.
