Troubles für die Deutsche Telekom
Wegen Verzögerungen beim Wettbewerb im Telefon- Ortsnetz hat die EU-Kommission am Dienstag weitere rechtliche Schritte gegen Deutschland eingeleitet.
Das nun eröffnete Verfahren wegen mutmaßlicher Verletzung des EU-Vertrages - die fuZo berichtete - könnte zu einer weiteren Klage der Kommission beim Europäischen Gerichtshof [EuGH] führen.
Dort läuft bereits ein Verfahren wegen der weitgehend fehlenden Möglichkeit, sich bei Ortsgesprächen anderer Betreiber als der Deutschen Telekom mittels einer dauerhaften Vorauswahl [Preselection] zu bedienen. Die EU-Kommission tritt hier als Kläger auf.
"Aus technischen Gründen"
Eigentlich sollte seit diesem Monat jeder Telefonkunde auch im
Ortsnetz seinen Anbieter durch die Wahl einer Nummer frei bestimmen
können. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hatte
die Einführung von so genannten Call-by-Call-Gesprächen von 1.
Dezember auf Ende Februar 2003 verschoben, und zwar "aus technischen
Gründen."
Die VerschiebungIm Ortsnetz Monopol
Im Ortsnetz kontrolliert die Deutsche Telekom als ehemaliges Monopol-Unternehmen noch immer fast den gesamten Markt.
In dem neuen, nun gerade eröffneten Vertragsverletzungsfall geht es speziell um diese Regelungen in Deutschland und deren verspätete Umsetzung. EU-Industriekommissar Erkki Liikanen hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, gegen Deutschland vorzugehen. Die Kommission tritt seit Jahren für die Öffnung der Telefon-Ortsnetze ein, um den Wettbewerb in dem Sektor anzukurbeln.
Weiter unten ist eine Chronik der Telekom-Troubles seit dem Fall Ron Sommers in gut fünf Dutzend related Links
276 Mio. Euro an Inkassobüro
Das mit über 60 Milliarden Euro verschuldete Unternehmen übertrug
an die Inkassogesellschaft Thesis Limited noch offene Forderungen
der Großkundensparte T-Systems im Wert von 276 Mio. Euro, teilte die
DT am Dienstag mit. Nicht mitgeteilt wurde die ursprüngliche Höhe
der Forderungen. Bereits vor einem Jahr hatte die Telekom
Forderungen an ein Inkassounternehmen verkauft.
Zum 6. Geburtstag der Aktie wurde den Aktionären Mitte November die Dividende gestrichen
