17.12.2002

VORWAHL

Bildquelle: PhotoDisc

Kleinwalsertal kämpft weiter mit TA

Das Kleinwalsertal kämpft immer noch um seine zwei Vorwahlen - bis dato hat die Region von Deutschland sowie von Österreich aus je eine eigene Vorwahl.

Wie die fuZo bereits berichtete, will die Telekom Austria in Zukunft dafür aber Gebühren einheben.

Die Aufregung im Tal ist groß. Schließlich lebt die Gemeinde Mittelberg, so die verwaltungspolitische Bezeichnung für das Kleinwalsertal, von den Deutschen: 93 Prozent der Urlauber kommen aus Deutschland, und die - österreichischen - Banken haben sich auf die Geldanlage von Deutschen spezialisiert, welche die Verschwiegenheit gegenüber ihrem Finanzminister schätzen.

Bürgermeister ist sauer

In einem Schreiben an die TA hat Bürgermeister Werner Strohmaier in der Vorwoche dargelegt: "Durch den EU-Beitritt haben sich allein die zollrechtlichen Bestimmungen geändert, alles andere ist weiter aufrecht. Wir sind nach wie vor deutsches Wirtschaftsgebiet."

Die Deutsche Telekom hat als Kompromiss der Telekom Austria vorgeschlagen, ihr die Hälfte der umstrittenen Gesprächsgebühren zu ersetzten. Die TA, so Strohmaier, wolle den Status quo allerdings nur noch bis zur Jahresmitte 2003 akzeptieren.

Schon einmal sollte eine Änderung praktisch durch die Hintertür erfolgen. "Nur durch Zufall haben wir davon erfahren", so Strohmaier, "und sofort und erfolgreich bis in höchste Regierungskreise interveniert." Fünf Tage vor einer geplanten Abschaltung der deutschen "Inlands"-Vorwahl zum 1. September 2002 hatte eine Kleinwalsertaler Bankangestellte im klein Gedruckten ihrer Telefonrechnung den lapidaren Hinweis entdeckt, dass es mit der zweiten Vorwahlmöglichkeit bald vorbei ist.

"Offiziell hatte uns niemand informiert - gewesen ist's dann keiner, einer schob die Schuld auf den anderen", giftet sich der Bürgermeister.