Aufregung um Ortsvorwahlen
In den österreichischen Zollausschlussgebieten Kleinwalsertal und Jungholz herrscht Aufregung. Telekom Austria und Deutsche Telekom wollen die entsprechenden deutschen Vorwahlen abschalten.
Die beiden Gebiete, die in den 50er Jahren von der Deutschen Telekom erstmals Telefonleitungen erhalten haben, sind sowohl unter einer deutschen als auch einer österreichischen Ortsvorwahl erreichbar.
Ursprünglich hätte die Abschaltung der Vorwahl im Kleinwalsertal schon zum 1. September erfolgen sollen.
Die Kleinwalsertal-SiteVerschiebung auf Juni errreicht
Die Einwohner kritisieren nicht nur das Vorhaben, sondern auch die Informationspolitik.
Lediglich ein kleingedruckter Hinweis auf der Telefonrechnung informierte heuer von der geplanten Abschaltung.
Eine solche Maßnahme kurz vor Beginn der Wintersaison im Tourismus hätte sowohl Betriebe als auch Gäste empfindlich getroffen. Die beiden Telekomunternehmen erklärten sich auf Grund der massiven Proteste dazu bereit, das Kappen der Vorwahl auf Ende Juni 2003 zu Verschieben.
In Mittelberg im Kleinwalsertal ist man verärgert. Weder die Telekom Austria noch die Deutsche Telekom hätten die Gemeinden informiert.
Doppelte Postleitzahlen bleiben vorerst
Eine postalische Verbindung nach Deutschland bleibt für das Kleinwalsertal und für Jungholz wenigstens vorerst bestehen. Noch haben beide neben der österreichischen auch eine deutsche Postleitzahl.
Kosten von zehn Mio. Euro für den Tourismus
Damit will man sich aber nicht zufrieden geben, schließlich geht es um viel Geld. Die Kosten für den Druck neuer Prospekte schätzt man in Mittelberg auf rund sechs Millionen Euro, weitere vier Millionen Euro soll der Gästerückgang kosten.
Die Deutsche Telekom wiederum weist alle Schuld von sich: "Die Telekom Austria, die über das Gebiet bestimmt, wollte keine Verlängerung des Staatsvertrages", sagte der DT-Sprecher Waldemar Czauderna.
Nach der für Juni 2003 geplanten Einstellung soll ein Tonband Anrufer ein Jahr lang informieren.
Auch Jungholz ist betroffen
Auch die kleine Gemeinde Jungholz ist betroffen. Die gut 300
Einwohner haben keine eigene Vorwahl, sondern teilen sich eine mit
der deutschen Gemeinde Wertach. Trotzdem sollen auch sie vom
deutschen Netz "abgeschnitten" werden.
Tourismusverband Jungholz
