Zweiter Anlauf für die Ariane 5
Beim ersten Mal musste der Start in letzter Sekunde abgebrochen werden - nun soll Europas Hoffnungs-Trägerrakete Ariane 5 in der Nacht zum Donnerstag endlich vom Weltraumbahnhof Kourou abheben.
Geht diesmal alles glatt, beginnt aus Sicht der Europäer eine neue Ära in der kommerziellen Raumfahrt. Besser mit knapp zwei Wochen Verspätung als nie, heißt es in der Zentrale der europäischen Raumfahrtagentur ESA in Paris. Auch das Betreiberunternehmen Arianespace gibt sich zuversichtlich, dass der wichtige Start diesmal gelingt.
Die neue Ariane 5 soll der übrigen Welt zeigen, dass Europa beim Geschäft mit den kommerziellen Satelliten auch weiter die Nase vorn hat. Sie ist die derzeit stärkste zivile Trägerrakete der Welt: Bis zu zehn Tonnen Nutzlast kann das Kraftpaket ins Weltall transportieren - zumindest auf dem Papier. Der erste Starttermin für den Jungfernflug platzte am 28. November, weil die hoch komplizierte Technik nicht mitspielte.
Computerpanne verhindert Ariane-StartZweiter Anlauf
Die verstärkte Ariane 5 wurde noch einmal auf Herz und Nieren geprüft. Als Schuldige für den verpatzten ersten Start fanden Techniker schließlich die Sensoren, die für die Kühlung des Hauptstufenmotors Vulcain verantwortlich sind.
Diese lieferten nach Angaben der ESA "anormale" Daten, die den Zentralrechner zum Abbruch des automatischen Coutndowns brachten. Die Sensoren wurden ausgetauscht, diesmal soll Ariane 5 wirklich startklar sein.
Als neues Zeitfenster legte Arianespace nun Mittwochabend 23.22 Uhr MEZ bis Donnerstag, 14 Minuten nach Mitternacht, fest.
Für Europas kommerzielle Raumfahrt gilt der Start als Signal: Konkurrenz vor allem aus den USA drängt auf den zivilen Markt, die Dominanz der Ariane steht nach bisher 156 Raketen-Missionen auf dem Spiel. Schon 1995 hatten die ESA-Staaten beschlossen, ihr Paradepferd Ariane 5 mit Blick auf die immer schwerer werdenden Satelliten zu einem wahren Lastesel umzubauen. Statt 5,9 Tonnen kann die "Ariane-5 ECA" nun zehn Tonnen Nutzlast ins All bringen, also fast doppelt so viel wie bisher.
Ariane 5
