Afghanistan plant Kommunikationsausbau
Afghanistan soll ein zweites GSM-Netzwerk bekommen, zu einem Zeitpunkt wo nur wenige Personen außerhalb der wenigen Städte des vom Krieg verwüsteten Landes überhaupt Zugang zu Kommunikationseinrichtungen haben.
Ende des Jahres will die Regierung einem internationalen Konsortium die Lizenz zum Aufbau des zweiten GSM-Netzes erteilen.
Das GSM-Netzwerk wird zuerst in sechs Städten, Kabul, Herat, Kandahar, Mazar-i-Sharif, Jalalabad und Kunduz, installiert werden und soll dem bislang einzigen bestehenden GSM-Netz AWCC des US-Unternehmens TCI Konkurrenz machen.
Das Konsortium
Das Konsortium wird vom Aga Khan Fund for Economic Development
[AKFED] geleitet, das 51 Prozent der Anteile am Projekt hält. Monaco
Telecom International [MTI] hält 35 Prozent, der US-Konzern MCT 9
Prozent und der französische Telekom-Ausrüster Alcatel 5 Prozent.
Afghanistan erhält zweites GSM-NetzwerkHohe Nachfrage nach Kommunikation
Hauptaufgabe des Kommunikationsminiseriums in Afghanistan ist es nun, das Land mit seinen bisher 40.000 Telefonschlüssen ins digitale Zeitalter zu führen.
Das GSM-Netzwerk mit anfänglichen Investitionskosten von 55 Millionen USD und weiteren 65 Millionen USD Folgekosten, soll dabei erst der Anfang der Kommunikationsrevolution in Afghanistan sein.
"Unser Angebot ist äußerst gering und die Nachfrage sehr hoch," erklärt Kommunikationsminister Mohammad Masoom Stanekzai.
Unternehmen und Hilfsorganisationen brauchen internationale Kommunikationsmöglichkeiten und auch ausgewanderte Afghanen mit gefragte Fähigkeiten würden nur wieder zurückkehren, wenn sie mit ihren Familien in der ganzen Welt in Kontakt bleiben könnten.
Die vielen Kriegsjahre haben die Kommunikation des Landes völlig ruiniert, so Stanekzai weiter. Gemeinsam mit einer eigens geschaffenen Militäreinheit will man nun dafür sorgen, dass die geplanten Projekte alle durchgeführt werden können und der Aufbau ungestört verläuft.
GSM-Netz überlastet und teuer
Das einzige bislang bestehende kommerzielle Mobilfunknetz des
Landes, betrieben von der Afghan Wireless Communication Company
[AWCC], ist mit den derzeit 20.000 Nutzern Berichten zu Folge
überlastet. Oft soll es nahezu unmöglich sein, Anruf zu tätigen.
Gleichzeitig sind Telefone und Gebühren so teuer, dass das Service
für Normalverbraucher unerschwinglich ist.
AWCCWeitere Projekte
Auch eine Ausbildungseinrichtung im Telekom-Sektor soll mit finanzieller Unterstützung der International Telecommunication Union [ITU] und der US Agency for International Development [USAID] wieder aufgebaut werden
Weitere 500.000 USD sollen außerdem in den Aufbau von Regulierungsbehörden gesteckt werden, um einen reibungslosen Wechsel vom staatlichen Monopol zur Privatwirtschaft zu garantieren. Auch sollen beim Wiederaufbau der zerstörten Straßen auch gleich Glasfaserkabel im Boden verlegt werden.
