27.11.2002

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Bildquelle: wc

Größter US-Pleitier findet milden Richter

Der in den größten US-Unternehmenskonkurs verwickelte Telekom-Konzern WorldCom Inc. hat sich mit der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC in der zivilrechtlichen Wertpapierbetrugsklage der Aufsichtsbehörde auf einen Vergleich geeinigt.

WorldCom hatte Falschbuchungen von neun Milliarden USD zugegeben und im Juli Konkurs angemeldet. WorldCom ist die zweitgrößte US-Ferngesprächsfirma und der führende Internet-Netzwerkbetreiber.

Das Unternehmen hat unbezahlte Schulden von mehr als 40 Milliarden USD. Es will versuchen, bald wieder aus dem Konkursverfahren herauszukommen. Dabei dürfte der SEC-Vergleich nach Ansicht von Marktkennern helfen.

Standards als Strafe

Das Unternehmen darf laut dem Vergleich in Zukunft nicht mehr gegen Wertpapiergesetze verstoßen. WorldCom muss seine führenden Mitarbeiter und das Finanzpersonal besser ausbilden lassen, um zukünftige Verstöße zu verhindern.

Der Telekom-Riese muss zudem einen Berater anheuern, der die Wirksamkeit der internen Buchführungskontrollen überprüft. Ein gerichtlich bestellter Unternehmensbeauftragter soll feststellen, ob die Überwachungsmaßnahmen der Firma angemessen und effektiv sind.

Die Gesellschaft musste sich außerdem damit einverstanden erklären, dass das Gericht oder die SEC in Zukunft zivilrechtliche Strafen oder andere angemessene Sanktionen verlangen können. Die Möglichkeit zukünftiger Strafen ist nach Darstellung von US-Rechtsexperten das wichtigste Druckmittel, um WorldCom von weiterem Fehlverhalten abzuhalten.

Vorbildliches Verhalten nach dem Bilanzbetrug

Der zuständige New Yorker Bundesrichter Jed Rakoff bezeichnete das Abkommen "als Modell für derartige Fälle", berichtete die US- Wirtschaftsagentur Bloomberg.

Rakoff wird im kommenden Jahr entscheiden, wie hoch die Strafe sein soll.