Hose soll vor Handy-Strahlung schützen
Ausgerechnet anhand einer neuen Hose des Jeansfabrikanten Levi Strauss eskaliert derzeit wieder die ohnehin sehr emotional geführte Diskussion um die potentiellen Gefahren durch Handy-Strahlung.
Eine Hose der Levi-Strauss-Marke "Dockers" soll im nächsten Jahr mit "Anti-Strahlungs-Taschen" aus einem speziellen Stoff auf den Markt kommen, in denen man sein Handy dann "gefahrlos" verstauen kann.
Die Idee hat Levi den Vorwurf eingetragen, die Ängste vor potentiellen Gefahren zu schüren und daraus dann Profit zu schlagen.
Levi Strauss DockersAuf Konsumentenwunsch
Ein europäischer Sprecher von Levi Strauss bestritt unterdessen, leichtfertig mit den Ängsten von Konsumenten zu spielen:
"Wir behaupten in keiner Weise, dass Mobiletelfone gefährlich sind. Wir wollen auch nicht von Ängsten profitieren, aber wir reagieren auf vorhandene Wünsche," sagte der Sprecher.
Demnach hat die Marktforschung des Unternehmens ergeben, dasss modebewusste Konsumenten auch gesundheitsbewusst seien.
"Die Debatte ist noch völlig offen," fügte der Sprecher hinzu. "Bisher hat keine Studie eindeutig ergeben, dass Handys eine Gefährdung für die Gesundheit darstellen - aber es hat auch noch keine Studie das Gegenteil bewiesen."
Das Unternehmen hat vor zwei Jahren auch eine "Elektronische Jacke" auf den Markt gebracht, die allerdings eher durch ihre Design als durch echte neue Funktionalität auffiel.
"Elektronische Jacke" kommt auf den MarktUnübersichtliches Terrain
Für Levi-Strauss könnte die Hose mit "Anti-Strahlungs-Taschen" durchaus noch ernsthafte Konsequenzen haben - wenn die Gesundheitsbehörden die Funktion ernst nehmen:
Die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission [FTC] hat erst unlängst zwei Hersteller verklagt, die Geräte anbieten, mit denen Nutzer angeblich schädliche Handy-Funkwellen reduzieren können.
Die amerikanischen Firmen Stock Value 1 und Comstar Communications warben damit, dass ihre Geräte die Strahlungsbelastung durch Mobiltelefone um 97 bis 99 Prozent reduzieren.
Strahlenschutz für Handys wirkungslosStudien und Gegenstudien
Der wissenschaftliche Streit um die Gefahren, die von Mobiltelefonen ausgehen könnten, wird unterdessen von Studien und Gegenstudien bestimmt.
Zuletzt hat eine Gruppe um die australische Wissenschaftlerin Tammy D. Utteridge die Ergebnisse einer zweijährigen Untersuchung zu Auswirkungen von Mobilfunkfeldern auf genmanipulierte Mäuse publiziert.
Damit soll die "Repacholi-Studie aus dem Jahre 1997" widerlegt werden, die ein durch Mobilfunkstrahlung ausgelöstes erhöhtes Risiko an Lymphknotenkrebs zu erkranken proklamierte.
Kein erhöhtes Krebsrisiko durch Mobilfunk
