09.09.2002

ÖSTERREICH

Bildquelle: ORF.at

"Das Online-Greißlerstreben beginnt"

Der September-Report des "Webshop-Monitors" zeichnet kein schönes Bild von der österreichischen E-Commerce-Branche.

Lediglich 20 Prozent der zum 31. August untersuchten 2.702 Shops erfüllen die gesetzlichen Vorgaben. Sieben Prozent werden gar als "gefährliche Cyberbuden" bezeichnet.

Untersucht wurden dabei die Angaben der Unternehmen auf ihren Homepages. Wie die Firmen tatsächlich mit ihren Kunden verfahren, kann naturgemäß auf diese Weise nicht ermittelt werden.

Lichtblick klassischer Versandhandel

Mit 52 Prozent gesetzeskonformen Shops ist im Bereich des klassischen Versandhandel erstmals die Mehrheit der Shops rechtskonform.

Hans Zeger vom E-Rating-Betreiber Arge Daten führt dies auf die zunehmende Präsenz internationaler Anbieter in diesem Marktsegment zurück. Sein Ausblick auf die Entwicklung in den nächsten Monaten fällt so aus:

"Wir erwarten bis Jahresende eine weitere Erhöhung des Anteils der vertrauenswürdigen Shops. Nicht weil bestehende Shops besser werden, sondern etliche unprofessionelle Klein- und Kleinstanbieter aufgeben werden."

"Das Online-Greißlersterben beginnt, bevor überhaupt ein Geschäft gemacht wird."

Gütesiegel

Verschiedene Studien haben ergeben, dass die Österreicher nur wenig Vertrauen in Webshops haben. Sogar unter jenen, die tatsächlich online einkaufen, sind 78 Prozent der Meinung, dass ihre Daten missbraucht werden.

Überhaupt hat erst rund ein Prozent der Netzhändler ein Gütesiegel. Diese werden hauptsächlich von zwei Institutionen, dem Internet-Ombudsmann und dem Handelsverband, vergeben.

Von den insgesamt 92 ausgezeichneten Shops erfüllen 72 die wichtigsten Kriterien, neun weisen einzelne rechtliche Mängel auf und bei zweien ist unklar, wie sie zu der Auszeichnung gelangt sind.