02.09.2002

CODEC

Bildquelle: waldt

Absatzbewegungen von MP3

Nachdem letzte Woche die MP3-Lizenzbedingungen ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurden, hat jetzt Suns Java Media Framework [JMF] auf die rechtlich unsichere Lage reagiert und jegliche MP3-Unterstützung aus der Multimedia-Schnittstelle entfernt.

Die Maßnahme wurde allerdings unter dem Vorbehalt getroffen, dass die Lizenzierungsbedingungen eventuell noch "geklärt" werden können.

Später Aufschrei

Letzte Woche machte eine Meldung auf "Slashdot" darauf aufmerksam, dass die Fraunhofer-Gesellschaft und Thomson Multimedia schon vor eineinhalb Jahren stillschweigend die Lizenzmodelle für den MP3-Codec geändert haben.

Neben der Erhöhung einiger Patentgebühren dürfte die gravierendste Änderung sein, dass die früher gewährte Ausnahmeregelung für nichtkommerzielle MP3-Player für Privatanwender gestrichen wurde.

Das erste Unternehmen, das auf das Bekanntwerden des gültigen MP3-Gebührenschemas reagiert hat, war Red Hat: Der Linux-Distributor entfernte alle MP3-Player aus seiner Entwickler-Version "Rawhide".

Freundliche Patentinhaber

Nach den Meldungen der letzten Woche wurden Befürchtungen laut, dass nun auch für nichtkommerzielle MP3-Player für Privatanwender Gebühren verlangt würden.

Als Reaktion auf den Aufschrei der Open-Source-Community veröffentlichte Thomson Multimedia inzwischen allerdings eine Stellungnahme, in der erklärt wird, dass man auch weiterhin nicht vorhabe, für kostenlos verteilte MP3-Decoder Gebühren zu verlangen.

Der eher mediale Vorfall der letzten Woche hat trotzdem noch einmal deutlich gemacht, dass MP3 keineswegs ein "freies" Format ist und seine Nutzung im Zweifelsfall gegen Rechte seiner Inhaber verstößt.