21.08.2002

ROTE ZAHLEN

Bildquelle: dt

DT-Verluste schlimmer als erwartet

Die Deutsche Telekom [DT] hat im ersten Halbjahr 2002 bei einem deutlichen Umsatzanstieg ihren Fehlbetrag deutlich ausgeweitet.

Der Konzernfehlbetrag habe sich in den ersten sechs Monaten von 349 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,891 Milliarden Euro erhöht, teilte die DT mit. Damit wurden die negativen Erwartungen noch deutlich übertroffen - kolportiert wurde zuletzt ein Verlust von 3,6 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr 2001 hatte der Fehlbetrag noch 3,5 Mrd. Euro betragen.

Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 14,6 Prozent auf 25,754 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal habe das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 3,975 Mrd. Euro betragen.

"Keine heiligen Kühe"

Die DT hat allerdings abermals ihr Ziel bekräftigt, die Nettoverschuldung bis Ende des Jahres 2003 auf 50 Mrd. Euro zu senken. Telekom-Interimschef Helmut Sihler sagte bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen, die Telekom halte an dem Schuldenabbauprogramm fest.

Dazu sei ein Programm zur Reduzierung der Sachkosten und zum Stellenabbau beschlossen worden, was Einsparungen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro bringen werde. Durch die Schuldenrückführung werde sich zudem die Zinslast in Höhe von einer Mrd. Euro verringern. Damit ergibt sich nach Sihlers Worten bereits ein Einsparvolumen auf der Kostenseite von mindestens 2,5 Mrd. Euro.

Der vorübergehend amtierende Vorstandsvorsitzende sagte, bei der Kostensenkung und dem Schuldenabbau werde es "keine heiligen Kühe" geben. Einzelheiten dazu nannte er zunächst nicht. Allerdings will die Telekom seinen Worten zufolge zunächst auf die Erweiterung der Konzernzentrale in Bonn verzichten.