13.08.2002

BIS MORGEN

Bildquelle: ORF.at

US-Chefs müssen Bilanzen beglaubigen

Manager in Handschellen, Bilanzbetrug mit Milliardensummen, Pleiten von Weltmarktführern - die jüngsten Skandale in den USA haben das Vertrauen der Anleger zutiefst erschüttert.

Mit einer Aufräumaktion soll es nun zurückgewonnen werden: Die Chefs der größten US-Konzerne haben noch bis Mittwoch Zeit, mit ihrer Unterschrift persönlich die Rechtmäßigkeit ihrer Firmenbücher zu attestieren. Dann läuft eine entsprechende Frist der US-Börsenaufsicht SEC ab.

Für die Richtigkeit der Angaben haften dann die Manager persönlich, bei Verstößen drohen Geldbußen oder sogar Gefängnis.

Experten zweifeln an Wirksamkeit

Analysten zeigten sich vorsichtig zur neuen Regelung der SEC. Einige äußerten die Hoffnung, dass damit die schwarzen Schafe identifiziert werden und das Vertrauen der Anleger wiederhergestellt wird. Andere Experten äußerten hingegen Zweifel an der Wirksamkeit der neuen Vorgabe.

"Es hat ja nun schon immer Gesetze gegeben, die Bilanzbetrug verbieten", sagte William Fleckenstein von Fleckenstein Capital Management. "Dies konnte die Leute niemals davon abhalten, es dennoch zu tun", fügte er hinzu.

Andere Analysten merkten an, dass selbst die allgemeinen Bilanzierungsregeln US-GAAP, nach denen US-Unternehmen in der Regel ihre Bücher aufstellen, einen gewissen Interpretationsspielraum zulassen.

Erst 130 haben Unterlagen hinterlegt

Die US-Firmen haben aber offenbar alle Mühe, die Zahlen zuammenzubekommen. Viele haben von der SEC bereits die Frist verlängern lassen. Einige haben kleinlaut eingeräumt, ihre Bilanzen korrigieren zu müssen.

Nur rund 130 haben bislang ihre Unterlagen hinterlegt.