28.07.2002

VERDACHT

Millionenbonus für Telko-Manager

Bei der umstrittenen Mannesmann-Übernahme durch den britischen Mobilfunkbetreiber Vodafone sind einem Bericht des "Spiegel" zufolge möglicherweise noch rund 50 Millionen Euro mehr an Manager geflossen als bisher berichtet.

Der Mannesmann-Vostand soll die zusätzlichen 100 Millionen DM an rund 140 Führungskräfte in Konzerntöchtern ausgezahlt haben, schreibt der "Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe unter Berufung auf Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft.

Die Gelder seien als Prämie für den Verbleib im Unternehmen deklariert gewesen und seien nach Angaben der damaligen Verantwortlichen ein völlig normaler Vorgang.

Mangelnde Transparenz

Die betroffenen Seiten wehren sich inzwischen verstärkt gegen die Vorwürfe. Esser betonte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Ich habe mich korrekt verhalten".

Die Staatsanwaltschaft sollte das Verfahren gegen ihn und andere Manager und Aufsichtsräte einstellen. An der Höhe der Abfindung könne er nichts unanständiges erkennen, heißt es in der Zeitung. "Einzigartig war die Transparenz der Zahlung, nicht die Höhe." Er habe Kenntnis, dass in anderen Fällen an ausgeschiedene Manager höhere Boni und Abfindungen gezahlt worden seien - allerdings diskreter, sagte Esser.

Deutsche-Bank-Aufsichtsratsmitglied Ulrich Cartellieri warf den Staatsanwälten im Nachrichtenmagazin "Focus" vor, "sich auf Kosten der Deutschen Bank ausleben zu wollen - mit der Folge eines weltweiten Reputationsschadens für unser Haus und unsere Führungskräfte". Er denke darüber nach, ob die Deutsche Bank sich dies bieten lassen müsse. Vor wenigen Tagen hatte auch Zwickel die Vorwürfe zurückgewiesen.