Freie MP3-Konkurrenz "fertig" gestellt
Was schon vor rund zwei Wochen erstmals als hartnäckiges Gerücht die Runde machte, ist jetzt offiziell bestätigt worden:
Die Xiph Foundation hat ihre linzenzfreie MP3-Alternative "Ogg Vorbis" so weit entwickelt, dass sie als "fertig" gelten kann. Seit vorgestern wird die Version 1.0 zum Download bereitgestellt.
Die aktuelle Version des Audio-Codecs soll die Konkurrenz von MP3 und Windows Media Audio [WMA] bei gleichem Datendurchsatz in der Audioqualität jetzt sogar übertreffen.
"Nach Jahren der Forschung und Entwicklung ist Ogg Vorbis jetzt endlich für den offiziellen Start fertig", kommentiert Xiph-Chef Emmett Plant.
Ogg VorbisVöllig frei
Ziel des Vorbis-Projekts ist die Schaffung eines freien Musikformats, das im Gegensatz zu MP3 [oder WMA] keinerlei proprietäre Technologien einsetzt und für das keine Lizenzgebühren fällig werden.
Anfang 2001 haben die Programmierer ihre Initiative in die Hände der Non-Profit-Foundation "Xiph-Foundation" gelegt, die seither als offizieller Träger des engagierten Open-Source-Multimedia-Projekts fungiert.
Xiph sollte einerseits das dringend erforderliche Fund-Raising professionalisieren, andererseits den Programmierern einen verbesserten Schutz gegen potenzielle Copyright- und Patentverletzungsklagen garantieren, was nach dem Ausbleiben entsprechender Nachrichten augenscheinlich bislang gelungen ist.
Das Projekt mit dem Namen "Vorbis" wurde zunächst von Programmierern des Online-Musikunternehmens iCAST betrieben. Initiiert von Christopher Montgomery haben bereits vor einigen Jahren die Vorarbeiten zu Vorbis begonnen. Dann wurde das Team um Montgomery von iCAST angeheuert, um Vorbis fertig zu stellen. Und seit 2001 wird Vorbis von Xiph betreut.
Neue Hoffnung für freies MusikformatMultimedia-Allianz
Erst vor rund einem Monat hat die Xiph Foundation gemeinsam mit On2 Technologies angekündigt, eine lizenzfreie Alternative zum Video-Komprimierungsformat MPEG-4 zu entwickeln.
Für das Open-Source-Projekt soll Xiph Ogg Vorbis einbringen und On2 seinen V3-Video-Codec.
Das neue Mutimedia-Format soll "Theora" heißen und Software für den Server-Betrieb, einen Player und einen Personal-Video-Recorder umfassen.
Die erste "Theora"-Vorabversion soll noch dieses Jahr erhältlich sein, die erste fertige Version in rund einem Jahr.
Lizenzfreie Alternative zu MPEG-4
