Größter US-Konkurs steht bevor
Der von einem Bilanzskandal erschütterte amerikanische Telekomkonzern WorldCom könnte laut einem Bericht des "Wall Street Journal" [WSJ] noch am Wochenende einen Konkursantrag stellen.
Nach Informationen der Zeitung reicht das Geld bei WorldCom nur noch für vier bis fünf Tage aus.
WorldCom würde einen Konkursantrag im Rahmen des Kapitel Elf des US-Konkursrechtes stellen, der eine Weiterführung der Geschäfte erlaubt, während das Unternehmen einen Plan zur Schuldenrückzahlung ausarbeitet.
Es wäre der größte Konkurs eines US-Unternehmens und würde die Enron-Insolvenz weit in den Schatten stellen. WorldCom hatte am 31. März Vermögenswerte in Höhe von 103,8 Milliarden USD [102,8 Mrd. Euro], während der Energiehändler Enron beim bisher größten Konkursantrag der US-Geschichte nur 63,4 Milliarden USD aufgeführt hatte. WorldCom, der zweitgrößte US-Anbieter von Ferngesprächen, hatte durch Falschbuchungen in Höhe von 3,8 Milliarden USD tatsächliche Verluste in fiktive Gewinne verwandelt.
Rekordverdächtiger BuchführungsbetrugKontrolliert durch Konkurs
Dem "Wall Street Journal" zufolge verfügt WorldCom nur noch über 600 bis 700 Millionen USD in bar. Davon entfielen aber rund 250 Millionen USD auf die Auslandsoperationen, die wahrscheinlich nicht in den Konkursantrag inbegriffen sein würden.
WorldCom hat sich in den vergangenen Tagen um Finanzierungen von 2,5 Milliarden USD von seinen Banken bemüht, um nach einen Konkursantrag weiter operieren zu können. Das Paket wird von der J.P. Morgan Chase, der Citigroup und der GE Capital, der Finanzsparte von General Electric, geschnürt. Eine Finanzierung würde WorldCom helfen, schneller aus einer Reorganisation herauszukommen.
"Falls wir durch das Kapitel-Elf-Verfahren gehen, werden wir gut finanziert sein und am anderen Ende als starkes, gesundes Geschäft herauskommen", versicherte WorldCom-Chef John Sidgmore, der die Konzern-Führung im April von Bernard J. Ebbers übernommen hatte.
Der Vorstand des Konzerns hat angeblich Hinweise auf gefälschte Bilanzen zwei Jahre lang ignoriert. Bereits im Jahr 2000 hätten WorldCom-Mitarbeiter das Management erstmals über Unregelmäßigkeiten informiert, sagte das Mitglied des Wirtschaftsausschusses im US-Kongress, Billy Tauzin, dem US-Sender ABC. Geschehen sei jedoch nichts.
WorldCom-Vorstand hat sich taub gestelltWichtige Leitungen
Der Konzern, der sein Telefongeschäft unter der Marke MCI betreibt, hat 20 Millionen Telefon- und tausende Unternehmenskunden. WorldCom wickelt auch 50 Prozent des gesamten amerikanischen und einen erheblichen Teil des internationalen Internetverkehrs ab.
Er sehe keine Gefahr, dass das Netz stillgelegt oder dass die Operationen eingestellt würden, betonte Sidgmore.
Und auch die Behörden in Washington versuchen fieberhaft, Betriebsausfälle bei WorldCom zu verhindern, berichtete das WSJ.
Pleite-Strip
Das US-Magazin "Playboy" hat nach der Ablichtung von Frauen aus
dem Pleite-Konzern Enron nun auch ein Auge auf die Frauen des
angeschlagenen Unternehmens WorldCom und des Wirtschaftsprüfers
Andersen geworfen.
"Playboy" sucht WorldCom-Frauen
