China entwickelt Konkurrenz zu Win98
China plant die Entwicklung eigener Desktop-Betriebssysteme, die in direkter Konkurrenz zu Microsoft Windows stehen sollen.
Das eigene System wird als notwendig erachtet, da vier große chinesische PC-Hersteller [Legend Holdings, TCL International Holdings, Great Wall und Tsinghua Tongfeng] inzwischen Windows XP auf ihren Rechnern vorinstallieren.
Mit dem eigenen Desktop-System und weiteren Projekten dieser Art will man ausländische Software wie Microsofts Windows vom chinesischen Markt weitgehend verdrängen und durch eigene Produkte ersetzen.
Derzeit ist China der weltweit drittgößte PC-Markt, der außerdem enorme Wachstumsraten aufweist.
750 MS-Millionen für China
In Redmond wird man über das Engagement der Chinesen wohl weniger
erfreut sein. Erst Ende Juni hatte Microsoft angekündigt, dass man
vorhabe die chinesische IT-Industrie mit 750 Millionen USD über die
nächsten drei Jahre zu unterstützen.
Microsoft will "chinesische IT-Szene beleben""Yangfan" und "Qihang"
Die chinesische Tageszeitung "People's Daily" berichtet, dass 18 chinesische Unternehmen und Universitäten derzeit an einem chinesischen Betriebssystem arbeiten. Es soll die gleiche Funktionalität wie Windows 98 haben und auch das Office-Paket von Microsoft soll auf der Plattform laufen. Die Software soll binnen eines Jahres fertiggestellt sein.
Eine frühe Version des Betriebssystems, namens "Yangfan 1.0", wird bereits in einigen Büros der Verwaltung in China eingesetzt. Neben "Yangfan" wird auch an einem zweiten System mit dem Namen "Qihang" [Beide Bezeichungen bedeuten: "Die Segel setzen"] gearbeitet.
RedFlag kämpft mit "Chinese 2000" gegen MS
Das staatlich unterstützte Pekinger Software-Haus RedFlag hat
schon seit geraumer Zeit der Übermacht von Windows in China den
Kampf angesagt. Anfang des Jahres wurde die Distribution "Chinese
2000" offiziell vorgestellt. Das Betriebssystem wird als
"kostengünstige Alternative" zu Microsoft-Produkten vermarktet, die
für die meisten Nutzer auf dem chinesischen Markt unerschwinglich
sind.
Mit "Chinese 2000" gegen MicrosoftBasierend auf Linux
Experten wie Dan Kusnetzky, Vizepräsident der Abteilung für Softwareentwicklung beim US-Analysten IDC, glauben nicht daran, dass die chinesischen Entwickler vorhaben einen exakten Klon von Windows 98 zu erstellen.
Ein System zu entwickeln, das stabil und verlässlich genug für den Endverbraucher ist, wäre äußerst komplex, langwierig und auch riskant, da es zu rechtlichen Problemen kommen könnte.
Und da Microsoft die Funktionsweise seines Betriebssystems nicht offenlegt, wüßte man selbst bei einer exakten Nachbildung nicht, ob fremde Software darauf zum Laufen gebracht werden kann.
Kusnetzky ist überzeugt, das chinesische Betriebssystem werde auf Linux basieren.
Unter Verwendung von bestehender Open-Source-Software könne man sehr schnell ein ganzes Betriebssystem mit der Funktionalität von Windows 98 entwickeln. Linux laufe auf der gleichen Hardware wie Windows und biete zudem die gleichen Anwendungsmöglichkeiten.
