15.07.2002

0900 2592 EURO

Bildquelle: PhotoDisc

Teure Tricks mit Mehrwertnummern

Wie die fuZo berichtete, wird seit kurzem unter einer 0900-Telefonnummer nicht näher definierte "stilvolle Musik" als "Hörgenuss" in Aussicht gestellt. Kostenpunkt: sechs Cent pro Sekunde.

Dabei wird [völlig unverbindlich] eine Rückerstattung von [bis zu] 88 Cent pro Minute versprochen. Die Prämie kann also, wenn sie überhaupt ausgezahlt wird, nur dann attraktiv sein, wenn jemand anderer die Telefonrechnung bezahlt.

Zu dieser fuZo-Story sind von Konsumentenschützern und beteiligten Unternehmen Stellungnahmen eingelangt.

"Badeausrüstung für Südpolexpedition"

Hannes Spitalsky vom VKI [Verein für Konsumenteninformation] sagte zu diesem Angebot, es sei so angelegt, dass man bei Verwendung des eigenen Telefons "geistig schwach angelegt sein" müsse, und weiter:

"Das kommt nur für Betrug oder einen bösen Scherz in Frage. Es hat aber sehr kurze Beine, da man ja seine Kontonummer angeben muss. Es gibt da so viele Dinge, die das Ganze als Unsinn deklarieren, dass das für jemanden Normalen nicht nutzbar ist. Allein schon "Hörgenuss" über Telefon ..."

Darüber hinaus wies er darauf hin, dass das Angebot der Auszahlung einer Prämie sehr wage sei.

Allerdings zeigte sich Spitalsky gespannt bezüglich des Erfolges eines solchen Businessmodells: "Wenn sich bei der Registrierung echte Adressen ergeben, sind die sicher sehr wertvoll. Denen kann man Badeausrüstung für eine Südpolexpedition verkaufen."

Spam im Usenet

Der Provider der Webauftritte des "Hörgenuss"-Dienstes wie auch der dahinter stehenden Unternehmen ist Inode. Auch die Spams, mit denen der Dienst beworben wurde, wurden über einen Inode-Server ins Usenet gespeist

Christian Klauss von Inode, stellte in einem E-Mail klar: "Wir zeichnen nicht verantwortlich für den Content der Mailings unserer Kunden und zensieren deshalb nicht.

Inode verurteilt die Geschäftemacherei über Spam-Mails, es liegt jedoch nicht in ihrem Ermessen, rechtliche Schritte zu unternehmen. Dies obliegt den zuständigen Behörden bzw. den betroffenen Kunden."

Von den zuständigen Behörden liegen der futureZone bis dato noch keine Stellungnahmen vor.