Bildquelle: xyzmo

Digitale Zeugnisse für Schüler

18.07.2006

Österreichs Schüler könnten neben dem herkömmlichen Zeugnis auf Papier künftig auch eine offizielle Digitalversion des Dokuments auf CD erhalten. Zwei oberösterreichische Schulen haben in diesem Jahr bereits die ersten Maturazeugnisse digital ausgestellt.

Ein fälschungssicheres Siegel in der digitalen Zeugnisversion soll dabei verhindern, dass die Zeugnisse beim Einscannen mit Hilfe von Photoshop & Co digital "nachgebessert" werden.

Denn laut einer deutschen Studie ist das offenbar gang und gäbe. In 5.000 untersuchten Bewerbungen war jedes dritte Zeugnis manipuliert.

"Nullen und Einsen" im Digitalzeugnis

In einem ersten Probelauf haben bereits zwei oberösterreichische Gymnasien [Ramsauer Gymnasium, Aloisianum Linz] die diesjährigen Maturazeugnisse in Form eines PDF-Dokuments bekommen.

Ob bzw. wann eine Ausweitung auf ganz Österreich geplant ist, ist bisher nicht bekannt. Eine Anfrage im Unterrichtsministerium läuft derzeit.

Laut Hersteller läge der Kostenaufwand bei einer bundesweiten Verteilung pro Digitalzeugnis im einstelligen Cent-Bereich.

Copy & Paste bei Hausübungen und Diplomarbeiten

Nicht nur Bewerbungen werden immer öfter mit falschen Zeugnissen "auffrisiert", auch ganze Diplomarbeiten werden ungeniert aus dem Internet kopiert. Ein neues Web-Tool soll dabei helfen, Netz-Abschreibern auf die Schliche zu kommen.

Digitales Siegel made in Austria

Das Welser Unternehmen xyzmo, gegründet als Tochterfirma des Stempelherstellers Trodat, lieferte dabei die Technik für die digital zertifizierten Zeugnisse.

Das elektronische Zeugnis ist bezüglich Inhalt und Layout mit dem Papierzeugnis völlig ident und kann auch ausgedruckt werden.

Neben einem numerischen Verschlüsselungscode ist auch die digital mittels Tablet erstellte Unterschrift des Schuldirektors gespeichert.

Echtheit per Mausklick überprüfbar

Die Herkunft und Unverfälschtheit der Digitaldokumente kann per Mausklick auf das Digitalsiegel durch Rückcheck im Internet überprüft werden. Eine eigene Software ist dafür nicht vonnöten.

Ein etwaiger Fälschungsversuch wäre sofort an der Veränderung des Codes erkennbar. Auch die biometrischen Merkmale der Direktoren-Unterschrift [Parameter wie Druck, Beschleunigung, Geschwindigkeit, Rhythmus und Bewegungen in der Luft] belegen die Echtheit.

Das Digitalzeugnis-Projekt ist eine Kooperation von Linzer Gymnasien, dem oberösterreichischen Education Highway und dem Welser Unternehmen xyzmo.

(futurezone | APA)