05.06.2002

BOOM

Bildquelle: fuZo

Telekom-Märkte in Osteuropa wachsen

In der Telekommunikation haben die EU-Beitrittsländer in Osteuropa zur großen Aufholjagd geblasen.

In diesem Jahr würden die Länder Zentral- und Osteuropas im Mobilfunk, Festnetz und mit Datendiensten den Umsatz auf 16,3 Milliarden Euro steigern, berichtete das Beratungsunternehmen Arthur D. Little [ADL] in einer Studie über die Telekom-Märkte in Osteuropa.

Der Zuwachs fällt damit doppelt so hoch aus wie in der EU. Dennoch erreicht das Marktvolumen erst ein Drittel der erwarteten Telekom-Umsätze in Deutschland.

Trotz Wachstum Rückzug der Telekomfirmen

Trotz dieses Wachstumspotenzials sieht der Telekom-Experte einige der zehn großen westeuropäischen Telekomunternehmen in Osteuropa auf Rückzug.

ADL-Telekom-Experte Georg Serentschy: "Ich rechne mit einer Halbierung der Anzahl der westeuropäischen Telekomfirmen in Osteuropa in den nächsten drei Jahren."

Grund dafür seien eine Reihe von strategischen Fehlentscheidungen sowie Fehleinschätzungen über die einzelnen Märkte, aber auch die globale Restrukturierung der gesamten Telekom-Branche.

"Paradoxe Best Buy-Situation"

Derzeit ortet der Experte am osteuropäischen Telekom-Markt eine "paradoxe Best Buy-Situation". Ehemals staatliche bzw. noch staatliche Telekomunternehmen - etwa die tschechische Cesky Telecom, die ungarische Matav oder die Slowenische Telekom - seien großteils profitabel und günstig zu haben.

Die großen europäischen Telekomkonzerne könnten diese aber nicht nutzen, weil sie entweder über keinen finanziellen Spielraum verfügen oder befürchten müssen, dass sie von den Finanzmärkten für neue Akquisitionen bestraft würden. Stattdessen würden nun Finanzinvestoren zum Zug kommen, meint Serentschy.