Telekom-Märkte in Osteuropa wachsen
In der Telekommunikation haben die EU-Beitrittsländer in Osteuropa zur großen Aufholjagd geblasen.
In diesem Jahr würden die Länder Zentral- und Osteuropas im Mobilfunk, Festnetz und mit Datendiensten den Umsatz auf 16,3 Milliarden Euro steigern, berichtete das Beratungsunternehmen Arthur D. Little [ADL] in einer Studie über die Telekom-Märkte in Osteuropa.
Der Zuwachs fällt damit doppelt so hoch aus wie in der EU. Dennoch erreicht das Marktvolumen erst ein Drittel der erwarteten Telekom-Umsätze in Deutschland.
Umsatz pro Kopf
Pro Kopf soll nach den Schätzungen der Experten in diesem Jahr
Slowenien mit 330 Euro Umsatz die Liste anführen, gefolgt von Ungarn
[240 Euro] und Tschechien [220 Euro]. Der durchschnittliche
Pro-Kopf-Umsatz innerhalb der EU liegt weit darüber bei 640 Euro,
jener in Deutschland bei 560 Euro, jener in Österreich bei 710 Euro.
Arthur D. LittleTrotz Wachstum Rückzug der Telekomfirmen
Trotz dieses Wachstumspotenzials sieht der Telekom-Experte einige der zehn großen westeuropäischen Telekomunternehmen in Osteuropa auf Rückzug.
ADL-Telekom-Experte Georg Serentschy: "Ich rechne mit einer Halbierung der Anzahl der westeuropäischen Telekomfirmen in Osteuropa in den nächsten drei Jahren."
Grund dafür seien eine Reihe von strategischen Fehlentscheidungen sowie Fehleinschätzungen über die einzelnen Märkte, aber auch die globale Restrukturierung der gesamten Telekom-Branche.
2001: 103 Millionen Handys in Westeuropa verkauft
Laut einer Studie des Marktforschers Ovum wurden im Jahr 2001 am
meisten Handys in Westeuropa [103 Mio. Stück] abgesetzt, gefolgt von
der Region Asien-Pazifik [85 Mio. Stück] und Zentralasien [83 Mio.].
Westeuropa führt Handyboom an"Paradoxe Best Buy-Situation"
Derzeit ortet der Experte am osteuropäischen Telekom-Markt eine "paradoxe Best Buy-Situation". Ehemals staatliche bzw. noch staatliche Telekomunternehmen - etwa die tschechische Cesky Telecom, die ungarische Matav oder die Slowenische Telekom - seien großteils profitabel und günstig zu haben.
Die großen europäischen Telekomkonzerne könnten diese aber nicht nutzen, weil sie entweder über keinen finanziellen Spielraum verfügen oder befürchten müssen, dass sie von den Finanzmärkten für neue Akquisitionen bestraft würden. Stattdessen würden nun Finanzinvestoren zum Zug kommen, meint Serentschy.
