Xbox-Dumping geht weiter
Als Microsoft am Donnerstag die Preise für seine Spielekonsole Xbox von 479 auf 299 Euro senkte, weil der bisherige Preis von den Käufern nicht genügend akzeptiert wurde, rief der Konzern gleichzeitig ein "Thank You Package" ins Leben, das als Kompensation für Käufer, die 479 Euro für ihre Konsole gezahlt hatten, gedacht war.
Diese Aktion wird jetzt durch ein weiteres Vorpreschen des Handels, der Microsofts Preispolitik schon am Einführungstag gehörig durcheinander wirbelte, ad absurdum geführt:
Die offzielle Preissenkung wird erst am 26. April wirksam und dementsprechend haben alle, die die Xbox vor diesem Datum [egal zu welchem Preis] erwerben, Anspruch auf das "Thank You Package".
Mindestens ein Elektronikhändler ist aber schon jetzt vorgeprescht und hat den Preis ab sofort auf 299 Euro gesenkt, ein weiterer bietet die Xbox in limitierter Stückzahl für 249 Euro an.
"Wir bedauern, dass manche Händler sich zu Preisauslobungen unter dem Einstandspreis genötigt fühlen und damit eine Preissenkung bis 26. 4. aus eigener Tasche finanzieren. Genau das hätte das Thank-You-Package von unserer Seite verhindern können", sagt Österreich-Unternehmenssprecher Thomas Lutz auf Anfrage der fuZo. "Manche Kunden profitieren von diesen Angeboten aber nun doppelt."
Die Kunden können die Xbox die ganze Woche bei einzelnen Händlern zum günstigen Preis erwerben und zusätzlich das "Thank You Package" anfordern.
Die Ansage
"Als großes 'Dankeschön' an all jene, die die Xbox vor dem 26.
April gekauft haben, bietet euch Microsoft bis zum 1. Juli 2002 die
Möglichkeit, zwei Xbox-Spiele und einen Orignial-Xbox-Controller
absolut kostenlos zu erhalten."
"Thank You Package"Xbox um 249 Euro
Der Elektronikspezialist Conrad Electronics bietet in einem
Inserat in der "Kleinen Zeitung" die Xbox gar um 249 Euro feil,
allerdings nur in einer Filiale [Graz, Kärntner Straße]. Das Angebot
läuft bezeichnenderweise unter dem Titel "Inventurabverkauf" und ist
gültig bis zum 4. Mai - die Abgabe erfolgt in Haushaltsmengen.
Conrad ElectronicsXbox war zu teuer
Nur gut einen Monat nach der Markteinführung hatte MS die Preise für seine Spielekonsole in Europa am Donnerstag drastisch gesenkt.
"Uns wurde in Umfragen bei Konsumenten und Händlern als häufigster Grund, warum sich Spieler dennoch noch nicht für die Xbox entschieden haben, der Preis genannt. Dieses Hindernis für den Erwerb der Xbox wurde nun ausgeräumt", begründete Microsoft die Preissenkung.
Die Xbox war zu teuerKommunikationsproblem
Microsoft hatte außerdem am Freitag zugegeben, was von Marktbeobachtern schon seit geraumer Zeit gemutmaßt worden war: Das Unternehmen hat weit weniger seiner Xbox-Spielekonsolen verkauft als erhofft.
"Von einer Preisbremse als Reaktion auf schlechte Abverkaufszahlen kann nicht die Rede sein", hieß es dazu noch am Donnerstag in einer Mail von Microsoft-Österreich an die fuZo.
Und auch das aktuelle Vorpreschen des Handels und das damit verbundene Preischaos erweckt den Eindruck, dass Microsoft neben der Absatzschwäche bezüglich der Xbox ein Kommunikationsproblem hat.
Aussagen bezogen sich auf österreichischen Markt
Microsoft-Sprecher Lutz weist allerdings ein
Kommunikationsproblem entschieden zurück: "Aussagen von Microsoft
Österreich-Vertretern beziehen sich - außer explizit angegeben -
niemals auf den Weltmarkt, sondern auf den eigenen Markt. Aus einer
Microsoft-Aussage für den Weltmarkt ist daher kein Widerspruch zu
einer Aussage für einen lokalen Markt abzuleiten."
Microsoft gibt Xbox-Absatzschwäche zu
