Rekordminus von KPN
KPN will den Wert der deutschen Mobilfunktochter E-Plus wesentlich stärker abschreiben als geplant. Die Milliardenabschreibung werde zum höchsten Jahresverlust führen, den jemals ein niederländisches Unternehmen hatte, teilte KPN am Donnerstag in Amsterdam mit.
Die Abschreibung für die Beteiligung an E-Plus beträgt rund 12,4 Milliarden Euro. Zuvor war die hoch verschuldete Telekom von neun bis elf Milliarden Euro ausgegangen.
Im Amsterdamer Handel verloren die KPN-Aktien zunächst mehr als fünf Prozent bis auf 5,06 Euro, drehten in einem kaum veränderten Markt dann aber auf ein Plus von 0,19 Prozent und schlossen bei 5,35 Euro.
Die enorme Abschreibung gilt als weiteres Anzeichen für den extremen Wertverlust der Telekom-Unternehmen. Für KPN werde sich die höhere Firmenwertabschreibung langfristig aber lohnen, sagten Analysten.
"Zwar wird dies zunächst einen hohen Verlust bringen. Aber zukünftig wird es zu niedrigeren Firmenwert-Abschreibungen führen", sagte Arjan Dorrestijn, Analyst bei Rabo Securities.
KPN-Chef Ad Scheepbouwer sagte in einem Reuters-Interview, sein Unternehmen werde so schnell wie möglich einen Partner für E-Plus suchen oder das Unternehmen sogar verkaufen.
KPN entlässt 4.800 MitarbeiterDer Deal mit BellSouth
Vor drei Jahren hatte KPN 77,5 Prozent am drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieter erworben und dafür rund 18,7 Milliarden Euro gezahlt. Mittlerweile sei der Kauf der restlichen Anteile an E-Plus vom US-Konzern BellSouth abgeschlossen, teilte KPN mit.
Dabei seien 234,7 Millionen neuer KPN-Aktien im Tausch für den restlichen 22,5-Prozent-Anteil ausgegeben worden. BellSouth hält damit nun rund 9,4 Prozent an KPN.
