06.03.2002

ANALYSE

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Breitband in Europa kurz vor Boom

Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan steht der europäische Breitband-Markt kurz vor der Explosion.

High-Speed-Internet-Dienste und das zunehmende Datenvolumen würden für eine immense Nachfrage nach Breitbandzugängen sorgen.

Die Nutzerzahl soll von derzeit etwa 3,8 Millionen [Ende 2001] auf 28,1 Millionen im Jahr 2008 ansteigen.

So richtig in Schwung kommen soll der Markt allerdings erst 2003, wenn die Telekom-Branche nach den allgemeinen wirtschaftlichen Turbulenzen wieder zu ihrer alten Form zurückgefunden hat.

Staat sollte Breitband-Verbreitung vorantreiben

Für das schleppende Wachstum des Breitband-Marktes ortet Frost & Sullivan im Wesentlichen drei Gründe:

Erstens nutzen die ehemaligen Monopolisten nach wie vor ihren "Heimvorteil". Zweitens werde die Nachfrage durch eine indiskutable Preisgestaltung gebremst, und drittens würden die Regulierungsbehörden mit ihren Verzögerungstaktiken den Rest erledigen.

Gefragt sei auch der Staat, etwa durch steuerliche Begünstigungen die Markteinführung voranzutreiben.

Als Musterbeispiel nennt Frost & Sullivan hier Schweden mit seinem Programm zur Entwicklung wettbewerbsneutraler Hochgeschwindigkeitsnetze auf kommunaler Basis.

Breitband vor allem bei SoHos gefragt

Neben der Verbindungsgeschwindigkeit nennt die Analyse das Interesse der wachsenden SoHo [Small Office/Home-Office]-Population an Breitbandkommunikation als wichtigen Wachstumsfaktor.

"Dienste und Applikationen wie Streaming Audio und Video-on-demand, Videoconferencing oder VPN [Virtual Private Network] liegen jenseits der Möglichkeiten des traditionellen Einwahlzugriffs", so ein Analyst. "Um das Potenzial voll auszureizen, müssen die Anbieter die Nachfrage über entsprechende Inhalte ankurbeln."