19.02.2002

3GSM CANNES

Bildquelle: ms

Microsoft tritt gegen Nokia an

Auf der weltgrößten Handymesse 3GSM, die heute in Cannes eröffnet wird, stehen im Gegensatz zu den letzten Jahren nicht die großen Visionen von der schönen neuen UMTS-Welt im Vordergrund.

Stattdessen scheinen die pragmatische Realisierung neuer mobiler Dienste in GSM- und GPRS-Netzen und der Poker um zukünftige Produktionsstandards im Vordergrund zu stehen.

Dabei wird vor allem das "Match" zwischen Nokia einerseits und Microsoft und Intel andererseits mit Spannung erwartet.

Nokia vs Microsoft

Sowohl Microsoft als auch Nokia haben im Vorfeld der 3GSM angekündigt, standardisierte Produktionskonzepte für Smartphones zu präsentieren, welche die Funktionen von Handys und Handhelds vereinen.

Beide Konzerne wollen die eigene Entwicklungsarbeit Drittunternehmen zur Verfügung stellen, die sich dann auf Markenpflege, neue Dienste und Details konzentrieren können.

Microsoft und Nokia hoffen unterdessen, dass ihre Konzepte zu Industriestandards werden, die dann natürlich weitestgehend vom jeweiligen Konzern kontrolliert werden.

Dazu hat Microsoft auch mit zahlreichen Netzwerkbetreibern Kooperationen verbeinbart [T-Mobile, Vodafone, mmO2, Orange, SingTel, Telefonica, Telstra und TurkCell].

Texas Instruments in beiden Booten

Microsoft setzt bei seinem Versuch, auch auf dem mobilen Markt eigene Standards zu etablieren, auf seinen bewährten Partner Intel.

Gleichzeitig hat der Software-Konzern aber eine angeblich gleichwertige Partnerschaft mit dem Chip-Hersteller Texas Instruments [TI], der wiederum auch mit Nokia kooperiert - TI hat also von allen beteiligten Unternehmen die besten Chancen, auf der Gewinnerseite zu stehen.

Als Software-Lieferant steht Nokia Symbian zur Seite.

RealNetworks wird mobil

RealNetworks hat unterdessen eine mobile Version seiner Multimedia-Streaming-Software angekündigt und hat sich dafür schon die Unterstützung von TI und Intel gesichert, welche die "RealSystem Mobile" jeweils für ihre Chips optimieren sollen.

Intel will in den kommenden Jahren ein Drittel seiner Umsätze mit Handy-Prozessoren erzielen.

Motorola setzt auf Content

Motorola mischt unterdessen bei der Auseinandersetzung zwischen Microsoft und Nokia nicht direkt mit und setzt sattdessen auf die Entwicklung von mobilen Diensten, die das Unternehmen Netzbetreibern anbieten will.

Motorolas "Mobile Services Cafe" soll Mobilfunkbetreibern Dienste auf vier Feldern servieren: Multimedia Messaging [MMS], M-Commerce, Unternehmensvernetzung und Streaming-Dienste.