PC-Markt schrumpfte zum zweiten Mal
Die beiden großen Marktforschungsinstitute IDC und Gartner Dataquest haben zeitgleich ihre vorläufigen Zahlen zum weltweiten, US-amerikanischen und europäischen PC-Markt im Jahr 2001 veröffentlicht.
Dabei küren die Beobachter Dell einhellig zum Branchen-Primus. Das Unternehmen kann als einziger Anbieter überall mit Zuwächsen aufwarten.
Insgesamt schrumpfte der PC-Markt 2001 zum zweiten Mal in seiner Geschichte, und zwar weltweit um 4,6 Prozent auf 128 Millionen ausgelieferte Einheiten.
Allerdings ist nach Einschätzung der Experten 2002 eine deutliche Erholung auf dem Computermarkt in Sicht, wenn auch erst Ende des Jahres. Diese Prognose wird auch durch die aktuellen Ankündigungen Compaqs und Dells unterstützt, im laufenden Quartal besser abzuschneiden, als zunächst erwartet.
In den durch die Anschläge vom 11. September besonders gebeutelten USA gingen die Stückzahlen gar um 11,1 Prozent auf 44 Millionen zurück. Ähnlich schlecht erging es den Herstellern nur 1985, als der Absatz weltweit um 2,3 und in den Vereinigten Staaten um 21,8 Prozent einbrach.
PC-Absatz in Westeuropa erstmals rückläufigBessere Aussichten
Dell hat gestern nach US-Börsenschluss seine Gewinn- und Umsatzschätzungen für das laufende Geschäftsquartal erhöht. Als Grund nannte Dell den gestiegenen Marktanteil und das starke Privatkundengeschäft in seinem vierten Geschäftsquartal, das am 1. Februar endet.
Der Gewinn werde je Aktie mit voraussichtlich 0,17 USD um einen Cent höher liegen als bislang geplant. Analysten erwarteten für Dell in diesem Quartal bislang 0,16 USD Gewinn je Anteilsschein. Den Quartalsumsatz prognostiziert Dell nun bei rund acht Milliarden USD nach zuvor erwarteten 7,6 Milliarden USD.
Dells besserer Ausblick kommt kurz nachdem auch der Konkurrent Compaq bessere Ergebnisse als erwartet mitgeteilt hatte. Compaq stützte sich aber wesentlich auf die Erträge durch Hochleistungsrechner, während die PC-Sparte weiter Verlust schrieb.
Compaq gibt Anlass zum OptimismusWeltweit
Dell lieferte im Jahr 2001 laut Gartner weltweit 16,99 Millionen PCs aus [Vorjahr 14,36 Millionen] und steigerte mit diesem Wachstum seinen Marktanteil von 10,7 auf 13,3 Prozent.
Das Unternehmen verdrängte damit Compaq vom ersten Platz, das mit 14,25 Millionen 17,2 Prozent weniger Rechner los wurde als im Vorjahr und auch beim Marktanteil von 12,8 auf 11,1 Prozent zurückfiel.
Weltweit Rang drei belegt Hewlett-Packard mit 9,18 Millionen verkauften Einheiten [minus 10,3 Prozent] und 7,2 Prozent Marktanteil. Platz vier erreicht IBM mit 8,25 Millionen verkauften PCs [minus 11,4 Prozent] und 6,4 Prozent Marktanteil.
NEC komplettiert Dataquests Top Five mit 4,92 Millionen abgesetzten Rechnern [minus 15,4 Prozent] und 3,8 Prozent Marktanteil. Alle übrigen Anbieter kommen zusammen auf 74,45 Millionen Einheiten [minus 3,7 Prozent] und 58,1 Prozent Marktanteil.
GartnerEuropa
Für den PC-Markt in der Region EMEA [Europa, Mittlerer Osten und Afrika] im vierten Quartal 2001 hat IDC einen Rückgang der ausgelieferten Stückzahlen um 5,1 Prozent ermittelt.
Im gesamten Kalenderjahr ging der Markt gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent zurück. Vor allem Unternehmenskunden hätten sich in Zurückhaltung geübt. Kleine und mittlere Unternehmen stellten hier allerdings eine Ausnahme dar.
Die Endverbraucher hielten sich ebenfalls merklich zurück und kauften hauptsächlich Notebooks oder digitale Multimedia-Produkte.
Q3 2001: PC-Verkauf in Westeuropa rückläufigEuropa Rangliste
In der Liste der führenden Hersteller liegt in der EMEA-Region immer noch Compaq auf dem ersten Platz. Der Capellas-Konzern verkaufte mit 5,45 Millionen Rechnern 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr und büßte dafür 0,2 Prozent Marktanteil ein auf 15,1 Prozent.
Auch im Notebook-Markt belegt Compaq laut IDC sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr 2001 den ersten Platz und verdrängte damit Toshiba von der Spitze.
Dell legte laut IDC ein Wachstum von 8,5 Prozent auf 3,66 Millionen verkaufte PCs hin und steigerte damit seinen Marktanteil von 8,5 auf 10,1 Prozent. Auch Hewlett-Packard legte mit 12,7 Prozent auf 3,14 Millionen Einheiten ordentlich zu und schraubte als Drittplatzierter seinen Marktanteil von 7,4 auf 8,7 Prozent.
Rang vier erreichen Fujitsu-Siemens, die mit 3,05 Millionen Stück 12,1 Prozent Rechner weniger verkauften als im Jahr 2000 und von 9,3 auf 8,4 Prozent Marktanteil zurückfielen. EMEA-Fünfter ist IBM mit 2,36 Millionen Rechnern [minus 14,3 Prozent] und 6,5 Prozent Marktanteil. Alle übrigen Hersteller setzten zusammen 18,5 Millionen PCs ab [minus 5,6 Prozent] und kamen auf 51,2 Prozent Marktanteil.
IDCUSA
In den USA hat Dell die Konkurrenz im vergangenen Jahr am deutlichsten abgehängt:
Mit 10,75 Millionen Rechnern [plus 14 Prozent] kam der Direktanbieter auf 24,5 Prozent Marktanteil und verkaufte fast doppelt so viele PCs wie der Zweitplatzierte Compaq, dessen 5,47 Millionen verkaufte Rechner [minus 28 Prozent] nur noch 12,5 Prozent Marktanteil einbrachten.
Auf den Plätzen folgen HP [zehn Prozent Marktanteil], der zweite Direktanbieter Gateway [7,4 Prozent Marktanteil] und IBM [5,7 Prozent Marktanteil].
