Deutlich mehr Geld für die TA
Dem Verkauf des ÖIAG-Anteils an der Telekom Austria [TA], als letzter großer Staatsbesitz auf der Privatisierungsliste dieser Legislaturperiode, werde "größtes Augenmerk" gewidmet, sagte heute Finanzminister Karl-Heinz Grasser [FPÖ].
Er gab zu bedenken, dass es "für den Finanzplatz Wien nicht gut wäre, wenn die TA die Börse verlässt". Gleichzeitig ließ er - entgegen früheren Aussagen - heute wissen, dass das Wiedererreichen des Emissionskurses von neun Euro als Verkaufspreis nicht ausreicht.
Delisting und Zerschlagung als TA-Optionen
Die ÖIAG will im ersten Quartal 2002 entscheiden, ob bzw. in
welcher Form sie ihre TA-Aktien [47,8 Prozent] verkauft. Für den
Fall einer Verkaufsentscheidung rechnet ÖIAG-Chef Peter Michaelis
damit, dass die Transaktion in sechs bis acht Monaten über die Bühne
gehen könnte. Als "eine Option" hatte ÖIAG-Aufsichtsratspräsident
Alfred Heinzel ein Delisting der TA von der Wiener Börse im
Zusammenhang auch mit der vom Beteiligungspartner Telecom Italia
deponierten Absicht genannt, sich von der 29,8-Prozent-Beteiligung
an der TA zu trennen.
Delisting der TAZu neun Euro "sicher nicht verkaufen"
Grasser selbst hatte Mitte 2001 als Bedingungen, unter denen die Republik Österreich weitere Anteile an der TA privatisieren will, den TA-Turn-around sowie einen Aktienkurs jenseits von neun Euro genannt, Letzteres ist mittlerweile eingetreten.
Grasser stellte dazu heute gleich klar, dass man zu neun Euro "sicher nicht verkaufen" werde.
Rekordkurs von 9,57 Euro
Gestern hatte die TA einen Rekordkurs von 9,57 Euro hingelegt.
Neue TA-Aktien erst nach TurnaroundGeheime Präferenzen
Über seine Präferenzen zum Verkaufsprozedere ließ sich Grasser auch weiterhin nicht in die Karten blicken.
Er verwies darauf, dass sich dazu sowohl die ÖIAG als auch die TA selbst Berater bedienen, da es ja auch um die Gleichbehandlung aller Aktionäre gehe.
Merrill Lynch ist "Financial Advisor"
Die ÖIAG hat die Investmentbank Merrill Lynch damit beauftragt,
der ÖIAG als "Financial Advisor" beratend bei der Entscheidung über
das weitere Vorgehen mit dem TA-Anteil zur Seite zu stehen.
Merrill Lynch prüft TA-Verkaufsvarianten
