10.01.2002

KABELPOKER.DE

Bildquelle: lm

UPC-Mutter kennt eigene Produkte nicht

Der US-Medienkonzern Liberty Media ist eigenen Angaben zufolge nicht bereit, die Zustimmung der deutschen Kartellbehörden zum geplanten Kauf von TV-Kabelnetzen der Deutschen Telekom durch die Zusage über Großinvestitionen in den Ausbau der Netze zur Übertragung von Sprachtelefonie zu sichern.

"Es wäre für uns unklug, eine größere Summe in einen bis dato ungeprüften Service zu investieren", sagte Liberty-Chef John Malone.

Texaner vergisst Österreich

"Wir versuchen wirklich ehrlich mit der Kartellbehörde umzugehen. Wir müssen dem Telefongeschäft nachgehen, wenn es Kunden dafür gibt", fügte Malone hinzu. Bisher seien aber Telefondienste über TV-Kabelnetze noch nirgends in größerem Umfang angeboten worden, fügte Malone hinzu.

Dabei scheint Malone entfallen zu sein, dass Liberty Media als Muttergesellschaft des Kabelnetz-Betreibers UPC in Österreich sehr wohl Sprachtelefonie im größeren Umfang anbietet - es sei denn, Österreich wäre einfach zu klein, um in Malones Kategorien eine ernsthafte Rolle spielen zu können.

"Wenn wir mehr Zugeständnisse bei der Telefonie machen würden, werden wir möglicherweise die Zustimmung bekommen. Wenn nicht, ist es unsicher", sagte Malone weiter.

"Aber wenn sie einen wirklich zukunftsfähigen Wettbewerber haben wollen, müssen wir sehr vorsichtig agieren. Wenn das die Kartellbehörde nicht zufrieden stellt - dann sind wir nicht das richtige Unternehmen für Deutschland", fügte er hinzu.