Microsoft, MusicMatch greifen Real an
MusicMatch und Microsoft wollen RealNetworks marktbeherrschende Position bei der Streaming-Media-Software angreifen. In der neuen MP3-MusicMatch-Jukebox ist dazu eine Videofunktion integriert, die auf Microsofts Windows-Media-Technologie basiert.
Der Zeitpunkt für den Angriff ist nicht schlecht gewählt: Erst letzten Monat geriet RealNetworks in die Kritik, da die Firma unbemerkt umfassende Kundendaten gesammelt hatte.
Mit RealNetworks-Produkten werden 85 Prozent aller Streaming-Inhalte im Netz gesehen und gehört. RealNetworks hatte jedem RealPlayer-Download eine Seriennummer gegeben, die mit der E-Mail-Adresse und der Postleitzahl des Nutzers verbunden wurde. Das Programm sammelte dann permament alle Informationen über Musikdateien auf dem Rechner des Nutzers, inklusive der Information, welche Stücke in welchem Format wie oft gehört wurden. Die gesammelten Daten eines Tages wurden, wenn der Nutzer online war, an RealNetworks gesendet. RealNetworks sagt, dass das geheime Sammeln von Informationen ein "freundlicher Fehler" war und dass die Firma niemals beabsichtigte, die Daten ausführlich auszuwerten.
RealNetworksMusicMatch scheint aus den Fehlern von RealNetworks gelernt zu haben bzw. versucht von diesen zu profitieren: Das MM-Privacy-Statement steht direkt unter dem Logo an prominenter Stelle.
Dazu kommt, dass RealNetworks derzeit seine Website zum Audio- und Videoportal ausbaut und so für bisherige Unterstützer seiner Software wie Yahoo oder AOL zum Konkurrenten wird.
