Auf dem Weg zum unknackbaren Code
Britische Wissenschaftler haben eine LED [Light Emitting Diode] entwickelt, welche die praktische Umsetzung von unknackbaren Codes einen entscheidenden Schritt weiterbringen soll.
Die LED kann so exakt gesteuert werden, dass sie kontrolliert einzelne Licht-Photonen aussenden kann. Das war bisher nur mit Hilfe von Lasern möglich.
Die Steuerung von einzelnen Licht-Photonen gilt als Schlüssel für die Quantenkryptographie, auf der die Hoffnung ruht, dass sie auch theoretisch unknackbare Codes ermöglicht.
Bis zur Quantenkryptographie
Quantenkryptographie wird anschaulich in Simon Singhs Buch "The
Code Book - The Science of Secrecy from Ancient Egypt to Quantum
Cryptography" beschrieben. Es ist auf Deutsch unter dem Titel
"Geheime Botschaften - Die Kunst der Verschlüsselung von der Antike
bis in die Zeiten des Internet" erschienen [ISBN 3-446-19873-3].
"Härtester Code der Welt" geknacktSicherheit durch Naturgesetz
Prinzipiell ruhen deshalb so viele Hoffnungen auf der Quantenkryptographie, weil jeder Abhörversuch die Nachricht selbst zwingend verändert. Jedes Abhören der Information beeinflusst dabei die Teilchen auf beiden Seiten, das Abhören wird so auf jeden Fall registriert.
Dadurch lassen sich Schlüssel austauschen, von denen absolut sicher ist, dass sie auf dem Weg zwischen Sender und Empfänger nicht abgehört wurden.
"Zur Verschlüsselung geheimer Nachrichten weist die Quantentheorie mit der Quantenkryptographie einen völlig neuen Weg, der erste, dessen Sicherheit durch Naturgesetz garantiert ist", erklärt auch der renommierte österreichische Physiker Anton Zeilinger.
"In dem nun schon Jahrtausende währenden Kampf zwischen 'Code Makers' und 'Code Breakers', also zwischen denen, die einen sicheren Verschlüsselungscode haben möchten, und denen, die geheime Nachrichten abhören wollen, scheinen also die Abhörer zu verlieren", so der Physiker weiter.
Anton Zeilinger: "Quanten-Kryptographie" wieder ein Stück näherEmpfänger fehlt
Die LED, die gezielt einzelne Photonen abgeben kann, wurde von "Toshiba Research Europe Limited" [TREL] entwickelt.
Die Forscher haben dabei nach eigenen Angaben bei der Herstellung Standard-Equipmet verwendet. Auch die Übertragung der einzelnen Photonen kann schon derzeit auf einer Strecke von bis zu 100 Kilometern über existierende Glasfasern erfolgen.
Momentan erfordert die LED allerdings noch extrem niedrige Arbeitstemperaturen, die Toshiba-Forscher geben aber an, schon einen Weg ausgemacht zu haben, wie dieses Praxismanko behoben werden kann.
Die größte Herausforderung für die praktische Umsetzung ist jetzt, einen passenden Empfänger für die einzelnen Photonen zu entwickeln.
Toshiba Research Europe Limited
