Abschied vom Fernschreiber
In Österreich geht eine Ära zu Ende: Der letzte Telex-Dienst wird eingestellt - ein weiteres Opfer von Fax-Geräten, E-Mail-Kommunikation und Co.
Ein ehemals unverzichtbares Mittel der Telekommunikation - der Fernschreiber, auch Telex genannt - wird in Österreich eingestellt. Mit 31. März [24.00 Uhr] wird der letzte "Ratterer" seinen Dienst beenden.
Telex-Netze wurden weltweit in den 30er Jahren aufgebaut. Lange stellten die Fernschreiber das erste wirklich globale Datennetz dar. Nachrichten wurden dabei in Schriftform mittels elektrischer Signale übermittelt. Texte konnten damit nach einer langen technischen Entwicklung auf gestanzten Papierstreifen "gespeichert" werden.
1987 wurden in Österreich 26.000 Geräte registriert. Weltweit gab es rund fünf Millionen Fernschreiber. Weil die Bedienung der Geräte relativ kompliziert war, waren in den meisten Büros nur wenige Spezialisten mit ihnen vertraut.
Im Schnitt schafften Fernschreiber 6,67 Zeichen pro Sekunde. Für eine A-4-Seite ratterte das Gerät schon ein paar Minuten lang. Schreiben musste man gleichmäßig, sonst stockte das Gerät.
Von Fax und E-Mail verdrängt
Die Einführung der Fax-Geräte machte den Fernschreiber schließlich obsolet, wenn Letzterer auch rechtsverbindlich blieb.
Als sich die E-Mail-Nutzung massenwirksam ausbreitete, gab es im Jänner 2001 nur noch 500 Teilnehmer in Österreich. Der Dienst von Datakom Austria GmbH wurde eingestellt.
Danach führte Legacy Communications Luze das Service, das vor allem in der Bank- und Finanzbranche weiterhin genutzt wurde, noch vier Jahre weiter. Bis heute.
(futurezone | APA)
