"Kein Umschwung bei Werbeausgaben"
Der scheidende Chef des weltgrößten Medienunternehmens Time Warner, Gerald Levin, erwartet keine unmittelbare Erholung des angeschlagenen Werbemarkts.
"Wer meint, einen Umschwung bei der Werbung zu sehen, macht sich selbst etwas vor", sagte Levin in der Nacht zum Mittwoch vor Journalisten in Los Angeles. "Wir befinden uns nicht in einem traditionellen Zyklus."
Merrill-Lynch glaubt an minus 2,1 Prozent
Merrill-Lynch-Analysten zufolge werden die Werbeausgaben 2001
weltweit um 4,9 und 2002 noch einmal um 2,1 Prozent abnehmen. Damit
würde das Werbevolumen zum ersten Mal seit der Großen Depression
Anfang der 1930er Jahre in zwei aufeinander folgenden Jahren sinken.
AOL mit über einer Milliarde Euro Verlusten76 Milliarden Euro für Reklame
In den USA sind die Ausgaben für Reklame nach Angaben der Marktforschungsfirma CRM in den ersten neun Monaten 2001 um 7,8 Prozent auf 68,8 Milliarden USD [76 Mrd. Euro] gesunken.
Das Werbevolumen in deutschen Medien schrumpfte dem Marktforscher A.C. Nielsen zufolge bis einschließlich November sogar um 10,3 Prozent auf 3,3 Milliarden Mark [1,6 Mrd. Euro].
AOL Time Warner sieht sich nach den Worten Levins durch die Konzernbeteiligungen im Fernsehen, bei Printmedien, im Internet und bei der Filmproduktion auch für den härteren Wettbewerb gut aufgestellt.
Ruhestand ab Mai
AOL Time Warner sei in einer einzigartigen Position, um die Art
der Verbreitung und des Verkaufs von Werbung zu verändern. "Unser
Unternehmen ist ein Entwicklungslabor für die Neupositionierung von
Werbung." Der 62-jährige Levin hatte vergangene Woche überraschend
angekündigt, im Mai in den Ruhestand gehen zu wollen.
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