12.12.2001

"DRINK OR DIE"

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Internationaler Schlag gegen Softwarepiraten

In sechs Ländern ist die Polizei koordiniert gegen einen internationalen Ring von Softwarepiraten vorgegangen.

Allein in den USA wurden Zollangaben zufolge am Dienstag mehr als 100 Gebäude durchsucht. In Großbritannien nahm die Polizei am selben Tag sechs Verdächtige fest. Auch die Behörden von Australien, Kanada, Finnland und Norwegen gingen gegen die Warez-Gruppe vor.

In den USA wurden Gebäude in 27 Städten durchsucht, darunter auch die Unis MIT, UCLA, Purdue und Duke.

1.500 Warez-Leute verdächtigt

Der US-Zoll wirft den rund 1.500 Warez-Leuten vor, für 95 Prozent aller im Internet erhältlichen illegalen Software- und Spielfilmkopien verantwortlich zu sein und damit einen jährlichen Schaden von einer Milliarde USD zu verursachen.

Größter Einsatz gegen Softwarepiraterie

Der Einsatz gegen die Warez-Gruppe sei der größte gewesen, den es je im Bereich der Softwarepiraterie gegeben habe, hieß es im US-Justizministerium. In 27 Städten des Landes seien meist Privathäuser durchsucht und Computer beschlagnahmt worden. Festnahmen habe es aber nicht gegeben. Anklagen wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht seien aber wahrscheinlich.

"Wir müssen Berge von digitalen Daten analysieren", sagte Kevin Delli-Colli, Direktor der Anti-Schmuggelabteilung im Internet bei der US-Zollbehörde. Die Ermittler rechneten damit, dass sich aus dem Material genügend Beweise gegen einzelne Personen ergäben.

"Straff organisiert"

Allerdings solle nur die Verbreitung und nicht die Nutzung der illegalen Kopien verfolgt werden, hieß es bei den US-Behörden weiter. Die Gruppe, zu der auch Mitarbeiter von Computerfirmen zählten, soll den Angaben zufolge "straff organisiert" sein.

Software, Filme, MP3s

Häufig seien auf Universitätsrechnern Chatrooms und Sites zum Erfahrungsaustausch über Cracks digitaler Produkte eingerichtet worden. Einige Mitglieder der Gruppe seien in der Lage gewesen, gecrackte Dateien "innerhalb von sechs Stunden auf 10.000 Sites" zu verteilen, hieß es. Neben Software und Filmen hätten die Hacker auch MP3-Dateien zum Download angeboten.

Deren stellvertretender Chef Mick Deats sagte zu der Aktion gegen die Cyberpiraten: "Es waren kräftezehrende Ermittlungen, in deren Verlauf meine Mitarbeiter mit anderen Strafverfolgungsbehörden eng zusammenarbeiteten und die neueste Technik einsetzten, um diese Art der Kriminalität zu bekämpfen".