Philips lässt Nutzer Produkte mitentwickeln
Um die Bedienungsfreundlichkeit und intuitive Nutzung seiner Produkte zu erhöhen, setzt der Elektronikkonzern Philips auf den Konsumenten: Nun wurden Anwendungen vorgestellt, die die Design-Abteilung gemeinsam mit Nutzern entwickelt hat.
Mit einem neuen Design-Ansatz geht der niederländische Elektronikkonzern auf die Verbraucher zu. Das Unternehmen stellte am Mittwoche eine Reihe von Ideen für neue Produkte vor, in deren Entwicklung Konsumenten einbezogen wurden. Das Projekt "Intuitive Connected Home" wurde bereits 2005 gestartet und soll schon bald erste Früchte tragen.
Die in Kooperation der Philips-Designlabors mit "Otto Normalverbraucher" entstandenen Konzepte zielen darauf ab, Geräte benutzerfreundlicher und damit für mehr Nutzer zugänglich zu machen.
Einbau in reale Produkte
Laut Philips könnten einzelne Elemente der dabei entwickelten Projekte in Produkten eingesetzt werden, die noch heuer in den Handel kommen sollen. Alle dabei entwickelten Anwendungen basieren auf bereits verfügbaren Technologien.
Bei den nun präsentierten Konzepten dreht sich alles um das vernetzte Heim und die zentrale Rolle, die dem Fernseher dabei zugeschrieben wird. Das TV-Gerät wird dabei zur Multimedia-Zentrale, die Bedienung erfolgt über intuitive Bewegungen.
So zeigte Philips etwa, wie eine Musiksammlung am Fernseher aufbereitet werden könnte, die Navigation und Verwaltung erfolgt dabei über eine Standard-Fernbedienung.
Einfach zu bedienen oder Umtausch
Laut einer aktuellen Studie investiert ein Käufer im Durchschnitt 20 Minuten, um herauszufinden, wie ein neues Gerät funktioniert - dann bringt er es wieder zurück.
Daten-Management wird intuitiver
Die Übertragung von Daten von einem Gerät auf das andere solle dabei automatisch funktionieren, wenn zwei Geräte etwa nebeneinander liegen. Das erfolgt über den von Phiips mitentwickelten Kurzstreckenfunk NFC [Near Field Communication].
Wer also einen Song vom TV-Gerät auf den Musikplayer oder umgekehrt übertragen möchte, braucht laut den Vorstellungen Philips lediglich den Player über den Bildschirm bewegen.
Auch das Handy könne dabei als Fernbedienung eingesetzt werden, etwa zum Übertragen von Fotos.
Spezielle Fernbedienungen könnten etwa auch das oft zeitaufwendige Daten-Management per "Drag & Drop"-Funktion vereinfachen.
Ein Foto auf dem TV-Gerät solle etwa per Knopfdruck auf der Fernbedienung und anschließenden Schwenk auf den PC übertragen werden können.
Sinnhaftigkeit prüfen
Anstatt die Konsumenten erst am Ende des Entwicklungsprozesses anzusprechen und Produkte testen zu lassen, geht es bei Philips' "Intuitive Connected Home Project" darum, den Verbraucher möglichst früh mit Ideen für eine Anwendung zu konfrontieren.
Beim Testen realer Prototypen wird dann frühestmöglich geklärt, ob die Verbraucher das Produkt verstehen, die Handhabung begreifen und auch den Nutzen erkennen.
Keine Design-Leichen
"Die Nutzererfahrung ist jetzt zur treibenden Kraft unserer Design-Entwicklungsabläufe geworden", so Anton Andrews, der als Kreativdirektor des Projekts fungiert.
Das Ergebnis kann sich seiner Meinung nach sehen lassen: Es entstünden wirkliche Prototypen statt Design-Modelle, die zwar gut aussehen, aber nicht produktionsreif sind.
Die Initiative kommt also nicht nur den Verbrauchern zugute, sondern spart auch dem Unternehmen vergeudete Zeit und Kosten.
(futurezone | Reuters)
