Microsoft mit Streaming- und DVD-Offensive
Auf einer Fachmesse in New York will Microsoft heute sein "Corona"-Projekt vorstellen, mit dem der Konzern eine führende Stellung beim Streaming von Musik und Videos erreichen will - sowohl mit schlanken Anwendungen im Netz als auch im High-End-Bereich.
Corona besteht aus einem Paket von Server- und Konsumenten-Produkten und stellt sich damit der Konkurrenz von RealNetworks, die erst kürzlich mit "RealOne" ein ähnliches Paket vorgestellt hat.
Den beiden Softwareherstellern dürfte es dabei vor allem darum gehen, bei den Nutzern ihre Media-Player-Formate möglichst flächendeckend durchzusetzen.
RealPlayer und RealJukebox verschmelzenAusgebuffert
Corona beinhaltet eine Server-Software, mit der Sitebetreiber ohne großen Aufwand Streaming-Inhalte zur Verfügung stellen können.
Dabei hat Microsoft nach eigenen Angaben seine Technologie so weit verbessert, dass Buffer-Vorgänge eliminiert werden konnten: "Sie können sich vom Buffering verabschieden", kommentiert Dave Fester von Microsofts Media-Abteilung etwas großspurig die Entwicklung.
Corona wird auf der "Streaming Media East 2001 Trade Show" in New York vorgestellt.
Streaming Media East 2001 Trade ShowDVD-Qualität
Der Windows Media Player [WMP] wurde zudem im Rahmen von Corona überarbeitet, wobei neben den Streaming-Features auch der DVD-Markt angepeilt wird.
Laut Fester erreicht der neue Video-Codec jetzt "die doppelte Qualität einer DVD" und braucht dabei nur die Hälfte von deren Speicherplatz.
Ob und wenn ja wieweit der neue WMP das MP3-Format unterstützen wird, wollte Fester allerdings nicht sagen.
Der Corona-Streaming-Server soll schon ab dieser Woche zu haben sein, der überarbeitete WMP ab Anfang nächsten Jahres.
Windows Media PlayerDVD-Markt
Microsoft will durch Kooperationen mit DVD-Chipherstellern seine Corona-Produkte offensichtlich auch im Hardware-Bereich etablieren.
Demnach sollen Cirrus Logic, ESS Technology, LSI Logic, STMicroelectronics und ZoranWindows die Audio- und Videoformate des WMP unterstützen.
