08.12.2001

256 MAL GRAU

Bildquelle: IMV5

E-Papier wird langsam bunt

In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" berichten Forscher des Philips-Konzerns von einem Durchbruch bei der Entwicklung eines "digitalen Papiers".

Der von den Niederländern entwickelte Prototyp misst fünf Zentimeter im Quadrat und ist anders als konkurrierende Ansätze in der Lage, nicht nur Schwarz und Weiß, sondern 256 Graustufen darzustellen.

Hoher Kontrast, geringer Stromverbrauch

"Dies könnte prinzipiell eine günstige Lösung sein, weil sich die verwendeten Polymere aus einer Lösung erzeugen lassen. Man braucht keine teuren Vakuumkammern", so Josse gegenüber "BBC News online".

Als weitere Vorteile der Entwicklung nennt er hohen Kontrast und geringen Stromverbrauch, beides Grundvoraussetzungen solcher Technik.

Bei der Weiterentwicklung gehe es nun vornehmlich darum, die Display-Größe zu steigern und das Trägermaterial flexibel zu gestalten [bislang kommt noch starres Glas zum Einsatz]. Wann die Technik kommerzialisiert werden könnte, ist noch nicht bekannt.

Geschichte

Die Idee des elektronischen, unendlich wieder beschreibbaren Papiers ist allerdings bereits rund 25 Jahre alt.

In den frühen 70er Jahren suchte erstmals Nick Sheridon, Forscher am Xerox PARC, nach Alternativen für Computerbildschirme. Sheridon entwickelte die Technik, die dem elektronischen Papier von Gyricon Media noch heute zu Grunde liegt.

Doch bei Xerox stieß Sheridons Erfindung lange Zeit auf wenig Begeisterung. Das elektronische Papier hätte fast das gleiche Schicksal ereilt wie manch andere Entwicklung aus den legendären Xerox- Forschungslabors.