E-Papier wird langsam bunt
In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature" berichten Forscher des Philips-Konzerns von einem Durchbruch bei der Entwicklung eines "digitalen Papiers".
Der von den Niederländern entwickelte Prototyp misst fünf Zentimeter im Quadrat und ist anders als konkurrierende Ansätze in der Lage, nicht nur Schwarz und Weiß, sondern 256 Graustufen darzustellen.
Preiswerte Massenproduktion
Die aktiv angesteuerten 64 x 64 Transistoren bestehen aus
biegsamem Plastik und sollten sich laut Philips-Research-Sprecher
Koen Josse preiswert in Massen fertigen lassen.
Das elektronische PapierHoher Kontrast, geringer Stromverbrauch
"Dies könnte prinzipiell eine günstige Lösung sein, weil sich die verwendeten Polymere aus einer Lösung erzeugen lassen. Man braucht keine teuren Vakuumkammern", so Josse gegenüber "BBC News online".
Als weitere Vorteile der Entwicklung nennt er hohen Kontrast und geringen Stromverbrauch, beides Grundvoraussetzungen solcher Technik.
Bei der Weiterentwicklung gehe es nun vornehmlich darum, die Display-Größe zu steigern und das Trägermaterial flexibel zu gestalten [bislang kommt noch starres Glas zum Einsatz]. Wann die Technik kommerzialisiert werden könnte, ist noch nicht bekannt.
MIT-Spin-Off mit Millimeter-Papier
Schon im April dieses Jahres präsentierte das Unternehmen E-Ink,
ein Spin-off des MIT, erstmals ein weniger als einen Millimeter
dünnes, flexibles elektronisches Papier.
E-InkGeschichte
Die Idee des elektronischen, unendlich wieder beschreibbaren Papiers ist allerdings bereits rund 25 Jahre alt.
In den frühen 70er Jahren suchte erstmals Nick Sheridon, Forscher am Xerox PARC, nach Alternativen für Computerbildschirme. Sheridon entwickelte die Technik, die dem elektronischen Papier von Gyricon Media noch heute zu Grunde liegt.
Doch bei Xerox stieß Sheridons Erfindung lange Zeit auf wenig Begeisterung. Das elektronische Papier hätte fast das gleiche Schicksal ereilt wie manch andere Entwicklung aus den legendären Xerox- Forschungslabors.
Nach Bankrottgerüchten und offensichtlich in einer fundamentalen Krise versucht Xerox seit letztem Herbst sein Tafelsilber zu verkaufen: Das legendäre PARC soll von Venture-Capitalists übernommen werden. Im PARC wurden in den 70er Jahren bahnbrechende Ideen wie Maus, Tablet-Computer und Ethernet konzipiert. Die Realisierung erfolgte allerdings meistens durch andere Firmen.
Geburtsort von Maus und Ethernet zum VerkaufPixel-Grundstoff
Das E-Papier von Xerox besteht aus einem nur 200 Mikrometer
starken, gummibeschichteten Film, in dem 40 Mikrometer große Kapseln
mit je einer weißen und schwarzen Hälfte schwimmen. Je nach
angelegter Spannung bewegen sich die Partikel in den Kapseln und
bilden so an der Oberfläche schwarze oder weiße Pixel.
"Elektronisches Papier ab 2001"
