Brandmelder fürs All
Zur Entdeckung von Waldbränden aus dem All hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt einen Satelliten in den Orbit geschossen. Den Bordcomputer, der gegen den Sonnenwind kämpfen muss, stammt vom Berliner Fraunhofer-Institut.
Vom Boden aus werden Brände oft erst so spät erkannt, dass Löscharbeiten zwecklos sind. Einfacher und schneller können große Feuer vom Weltraum aus entdeckt werden.
Satellit für Branderkennung
Diese Aufgabe übernimmt seit Ende Oktober der erste, speziell für
die Branderkennung gebaute Satellit BIRD [Bispectral Infrared
Detection]. Das Berliner Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur
und Softwaretechnik [FIRST] hat ihn entworfen und gebaut. BIRD hat
eine Kantenlänge von rund 60 Zentimetern, zwei Solarsegel, wiegt 94
Kilo und ist nach Angaben des FIRST vollgestopft mit neuesten
elektronischen Komponenten.
BIRDKampf gegen Sonnenwind
Die Herausforderung für die Rechnereinheit des Satelliten bestand unter anderem darin, Störungen durch hochenergetische Partikel des Sonnenwinds auszuschließen. Diese können durch Ionisation in den Halbleitern den Inhalt von Speicherzellen oder Rechenergebnisse der CPU verändern.
Für BIRD haben die Forscher deshalb ein spezielles Konzept entwickelt. Laut Erbauer Dr. Sergio Montenegro vom Institut stecken in BIRD vier baugleiche Knotenrechner, die sich gegenseitig kontrollieren. Das zweite Paar der Rechner ruhe in Reserve und werde erst aktiv, wenn das erste Paar gemeinsam ausfällt.
Dreidimensionale Bilder
BIRD selbst ist nicht allein Feuermelder. Er liefert dreidimensionale Bilder der Erdoberfläche aus dem sichtbaren Lichtspektrum. In zwei infraroten Bereichen wird die unterschiedliche Bedeckung der Erde mit Städten, Feldern und Wäldern wiedergegeben.
Die erste Feuertaufe habe BIRD bereits am 7. November bestanden, als der Ionenstrom der Sonne eine Million Mal höher war als im Mittel. Die dabei auftretenden Fehler erkannte BIRD selbstständig und korrigierte sie, teilte das FIRST mit.
