ADSL-Provider am Hungertuch
Der sehnlichste Wunsch einer rasch wachsenden Zahl von ADSL-Usern - der Initiative zum Wegfall des Download-Limits von einem GB haben sich mittlerweile über 3.000 angeschlossen - wird auch um diese Jahreszeit so nicht in Erfüllung gehen.
"Von rund dreihundert Schilling Umsatz pro Monat und Kunde kann kein Provider leben", sagt Christian Forstner, Vorstand von CyberTron. Ungefähr dieser Basisumsatz falle beim Weiterverkauf von ADSL-Leitungen der Telekom an. Deshalb sieht Forstner das "allenfalls als zusätzlichen Service für Kunden an".
Zum so genannten ISPA-Paket - dem Preis, zu dem alternative Provider ADSL-Leitungen der Telekom übernehmen können - kommt zusätzlich die Grundgebühr der Telekom für einen Anschluss.
Kein nahes Ende des Limits
Die notwendigen Zusatzumsätze würden eben durch die Abgeltung pro
MB über dem Limit erzielt, weshalb auch kein nahes Ende der
Gigabyte-Hürde in Aussicht sei, sagt Forstner.
Fünf gegen die Telekom auf Online-Kilometer einsDie Organisatoren der ADSL-Aktion, die mehr oder weniger von selbst entstanden ist, sind eher jung. Die Öffentlichkeitsarbeit macht Erol Erdik, der die siebte Klasse eines Wiener Realgymnasiums besucht.
adslaktion.enemy.orgUnbegrenzter On-Net-Traffic
Spannend werde es allerdings schon bald im Zuge der Differenzierung des Verkehrs im Netz, sagt Forstner. Mengenmäßig unbegrenzt werde zuerst reiner On-Net-Traffic in allen möglichen DSL-Varianten im Rahmen einer Flat Rate - von CyberTron zum Beispiel gratis - zu haben sein.
Als einer der fünf [ursprünglich fast 20] Netzbetreiber, die noch im Geschäft mit der Entbündelung von Wählämtern verblieben sind, bietet CyberTron auch eigene [A]DSL-Leitungen an.
Wie viele Wählämter etwa in Wien oder den Landeshauptstädten CyberTron schon entbündelt hat, wollte Forstner der FuZo allerdings nicht verraten.
"... baut jeder nur noch, was er muss"
Nur so viel: Die Telekom-Flaute habe die Geschwindigkeit des
Netzausbaus generell stark verlangsamt, "seit einem Jahr baut jeder
nur noch, was er bauen muss".
ADSL von CyberTronKeine Kooperation bei Kollokation
Erstaunlich deshalb: Wie auch die Konkurrenten UTA und European Telecom gibt CyberTron an, bei der Entbündelung mit keinem anderen alternativen Netzbetreiber zum Beispiel auf Kollokationsflächen zu kooperieren.
In einem sind sich diese drei Betreiber jedoch einig: Zielobjekt der Entbündelung sind Datenleitungen und nicht wie ehedem Festnetztelefonie. Die mittlerweile krass gesunkenen Margen machten aus einem lukrativen Geschäftsfeld ein reines Zusatzservice, an dem kaum noch etwas zu verdienen ist.
