07.12.2001

SCHMAL & ZEIT

Bildquelle: PhotoDisc/ORF ON

ADSL-Provider am Hungertuch

Der sehnlichste Wunsch einer rasch wachsenden Zahl von ADSL-Usern - der Initiative zum Wegfall des Download-Limits von einem GB haben sich mittlerweile über 3.000 angeschlossen - wird auch um diese Jahreszeit so nicht in Erfüllung gehen.

"Von rund dreihundert Schilling Umsatz pro Monat und Kunde kann kein Provider leben", sagt Christian Forstner, Vorstand von CyberTron. Ungefähr dieser Basisumsatz falle beim Weiterverkauf von ADSL-Leitungen der Telekom an. Deshalb sieht Forstner das "allenfalls als zusätzlichen Service für Kunden an".

Zum so genannten ISPA-Paket - dem Preis, zu dem alternative Provider ADSL-Leitungen der Telekom übernehmen können - kommt zusätzlich die Grundgebühr der Telekom für einen Anschluss.

Unbegrenzter On-Net-Traffic

Spannend werde es allerdings schon bald im Zuge der Differenzierung des Verkehrs im Netz, sagt Forstner. Mengenmäßig unbegrenzt werde zuerst reiner On-Net-Traffic in allen möglichen DSL-Varianten im Rahmen einer Flat Rate - von CyberTron zum Beispiel gratis - zu haben sein.

Als einer der fünf [ursprünglich fast 20] Netzbetreiber, die noch im Geschäft mit der Entbündelung von Wählämtern verblieben sind, bietet CyberTron auch eigene [A]DSL-Leitungen an.

Wie viele Wählämter etwa in Wien oder den Landeshauptstädten CyberTron schon entbündelt hat, wollte Forstner der FuZo allerdings nicht verraten.

Keine Kooperation bei Kollokation

Erstaunlich deshalb: Wie auch die Konkurrenten UTA und European Telecom gibt CyberTron an, bei der Entbündelung mit keinem anderen alternativen Netzbetreiber zum Beispiel auf Kollokationsflächen zu kooperieren.

In einem sind sich diese drei Betreiber jedoch einig: Zielobjekt der Entbündelung sind Datenleitungen und nicht wie ehedem Festnetztelefonie. Die mittlerweile krass gesunkenen Margen machten aus einem lukrativen Geschäftsfeld ein reines Zusatzservice, an dem kaum noch etwas zu verdienen ist.