Microsoft klagt gegen Kartellstrafe
Microsoft will das Betriebssystem Windows trotz Kartellentscheids in Südkorea weiterhin mit Media Player und Messenger verkaufen.
Microsoft hat Berufung gegen strenge technische Auflagen der südkoreanischen Wettbewerbsbehörde eingelegt.
Die Konzernaktivitäten seien nicht nur mit dem südkoreanischen Recht vereinbar, sondern brächten den Verbrauchern und der Technologieindustrie des Landes Vorteile, so der weltgrößte Softwarekonzern.
In dem Streit geht es um die Bündelung von Softwareanwendungen im Betriebssystem Windows. Das Unternehmen forderte vom zuständigen Gericht die Aufhebung der Kartellrechtsentscheidung durch die südkoreanische Handelskommission [KFTC].
"Die auferlegten Beschränkungen durch die KFTC sind extremer als jene der Europäischen Kommission", hieß es in einer Erklärung des Konzerns vom Montag.
Die Auflagen
Nach vier Jahre dauernden Ermittlungen kam die südkoreanische Kommission im Dezember zu dem Ergebnis, dass der US-Konzern seine vorherrschende Stellung bei Betriebssystemen ausnutze, um Wettbewerber vom Markt auszuschließen.
Die Kommission ordnete wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht die Zahlung eines Bußgelds von 33 Milliarden Won [etwa 28 Mio. Euro] an. Zugleich wurde Microsoft dazu verpflichtet, eine Windows-Version ohne Media Player und ohne die Software für den Instant Messenger anzubieten.
Die EU-Kommission hatte den US-Konzern im März 2004 wegen ähnlicher Vorwürfe wie die der KFTC zur Zahlung eines Rekordbußgeldes von 497 Millionen Euro verurteilt.
(futurezone | dpa | Reuters)
