Test für "Volkszählung light" startet
In Deutschland startet am Mittwoch der Testlauf für eine neue Volkszählung. An Stelle der bisherigen Befragung aller Einwohner sollen dabei aber überwiegend Daten aus Verwaltungsdateien genutzt werden.
Mit Hilfe dieses neuen Verfahrens, des so genannten Zensustests, sollen Verwaltung und Bevölkerung weniger belastet und zudem Kosten eingespart werden.
Ob diese Methode auch tatsächlich zuverlässig ist, soll nun zunächst ab dem 5. Dezember in 555 Gemeinden an 450.000 Bürger erprobt werden.
Die Interviewer der statistischen Landesämter befragen bei diesem Testlauf ausgewählte Personen unter anderem nach Namen, Familienstand, Geschlecht und danach, ob ihre Wohnung ein Haupt- oder Nebenwohnsitz ist. Hauseigentümer sollen zudem zu ihren Gebäuden und Wohnungen Angaben machen. Die Ergebnisse werden dann in den statistischen Landesämtern mit den aus den Melderegistern übermittelten Daten verglichen. Wer den Fragebogen nicht ausfüllt, kann ein Bußgeld bekommen.
"Kleine Volkszählung" in DeutschlandGeburtstagsstichprobe
Neben dieser Befragung liefern alle Gemeinden für eine so genannte Geburtstagsstichprobe die Datensätze von Personen, die am 1. Jänner, 15. Mai oder 1. September Geburtstag haben oder deren Geburtsdaten unvollständig sind.
Dadurch sollen die Melderegister bundesweit auf Mehrfachmeldungen untersucht werden. Der Umfang dieser Stichprobe wird etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung betragen.
Diese Tests sollen bis Mitte 2002 laufen. Erste Ergebnisse werden 2003 erwartet. Danach wird das Statistische Bundesamt Empfehlungen für einen künftigen Zensus in Deutschland vorlegen.
Der Bundestag muss dann über den Zeitpunkt und die Ausgestaltung einer Volkszählung entscheiden. Die Volkszählung "neuen Typs" sieht die Nutzung demographischer Daten aus den Melderegistern, Daten der Bundesanstalt für Arbeit sowie Gebäude- und Wohnungsdaten vor, die zu einem kombinierten Datensatz zusammengeführt werden.
