04.12.2001

MONOPOL-TALKS

Bildquelle: ms/orf on

EU soll US-Microsoft-Vergleich übernehmen

Microsoft hat in einer vertraulichen Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt, der EU-Kommission vorgeschlagen, ihr Kartellverfahren zu den gleichen Bedingungen wie die US-Bundesregierung einzustellen.

In dem Schreiben, das 102 Seiten umfasst, argumentiert der Konzern, dass "alle Bereiche" des EU-Kartellverfahrens von der Einigung mit der US-Bundesregierung abgedeckt würden.

Dabei wies Microsoft darauf hin, dass die in der US-Einigung vorgesehenen Auflagen schon extrem weit reichend seien und dass "kein anderes Softeware-Unternehmen unter solchen Restriktionen arbeiten" müsste.

US-Prozess geht weiter

Unterdessen wird allerdings das US-Kartellverfahren gegen Microsoft fortgesetzt, da die Hälfte der 18 an dem Verfahren beteiligten Bundesstaaten eine gütliche Einigung mit dem Unternehmen Anfang November abgelehnt hat.

Das Verfahren wird nun ohne Beteiligung der Bundesregierung in Washington fortgesetzt. Die zuständige Richterin Colleen Kollar-Kotelly hat neue Anhörungen für den März angesetzt.

Außerdem hat der US-Bundesstaat West Virginia gestern sogar noch eine neue Kartellklage gegen Microsoft angestrengt.

West Virginia klagt

Der US-Bundesstaat West Virginia hat gestern gegen Microsoft vor einem Landesgericht eine neue Klage wegen Verstößen gegen Kartell- und Verbrauchergesetze eingereicht.

Landesjustizminister Darrell McGraw hat das Gericht gebeten, im Interesse der Verbraucher und der staatlichen Einrichtungen von West Virginia das Unternehmen zu Schadenersatz und Sanktionen zu verurteilen, teilte ein Rechtsvertreter des Bundesstaates mit.

Über die Höhe des Schadenersatzes macht die Klageschrift keine Angaben.

West Virginia ist einer der neun Bundesstaaten, die sich im Kartellverfahren gegen Microsoft der Einigung zwischen dem Softwarekonzern und der klagenden US-Regierung bisher nicht anschließen wollten.