Vorerst 850.000 Breitbanduser vom Netz
Der angeschlagene US-Internet-Dienstleister ExciteAtHome hat dem Telekomkonzern AT&T zufolge am Samstag den Hochgeschwindigkeits-Internetzugang von 850.000 AT&T-Kunden gekappt.
Trotz der laufenden Verhandlungen über einen Kauf von ExciteAtHome am Freitagabend und am Samstagmorgen sei der Zugang über das Fernseh-Kabelnetz gesperrt worden, teilte AT&T mit.
Die betroffenen Kunden würden innerhalb von zehn Tagen von einem AT&T-eigenen Zugangs-Dienstleister übernommen.
Ein Konkurs-Richter hatte ExciteAtHome am Freitag die Erlaubnis erteilt, Teile seines Netzes abzuschalten, während es um besserer Verträge mit Kabelfirmen kämpft. Davon könnten 4,1 Millionen Internet-Benutzer in den USA - etwa 45 Prozent aller Kabelmodem-Besitzer - betroffen sein.
4,1 Mio. Breitbanduser offlineExciteAtHome hat Verträge mit Firmen wie AT&T, Cox Communications und Comcast und fordert einen größeren Anteil an den Gebühren. Umgerechnet etwa 457 ATS von den rund 700 ATS, die US-Kunden für ihren Hochgeschwindigkeits-Zugang pro Monat zahlen, gehen zurzeit an die Kabelfirmen.
AT&T hat 307 Millionen USD für das Netz von ExciteAtHome geboten. Die Firma hatte im September Gläubigerschutz beantragt.
Unter den ExciteAtHome-Kunden sind Kleinbetriebe, Telearbeiter und Studenten. Regulierungsbehörden und Industrie-Beobachter hatten sich gegen die Genehmigung des Richters Thomas Carlson in San Francisco ausgesprochen.
Sie wiesen auf die ohnehin große Verärgerung der Verbraucher über die schleppende Einführung von Hochgeschwindigkeits-Zugängen hin. Der Vorsitzende der Regulierungsbehörde FCC, Michael Powell, hatte eine Sperr-Genehmigung als "einen wirklich großen Rückschritt" bezeichnet.
