Breitbandzugang als Do-it-Yourself
"Die Idee hinter CONSUME ist, dass eine Reihe Knotenpunkte, die die Kapazität haben in einem Funknetz als Knoten zu agieren, so zusammengeschlossen werden, dass sie eine Datenwolke bilden," erläutert der CONSUME-Aktivist Alexei Blinov.
Blinov lebt in London, ist Künstler und aktives Mitglied der CONSUME Bewegung, die auf der 2.4 GHz Frequenz ein flächendeckendes Breitbandfunknetz schaffen will. Blinov selbst baut Richtantennen für neue CONSUME-Knoten.
Jeder, der in Sichtkontakt zu solch einer Antenne steht, kann sich gratis in das Netzwerk einloggen. Kostenlos, weil die letzte Meile vom Netz zum Benutzer nicht mit den Kabeln der Telefongesellschaften überbrückt wird, sondern über einen unlizenzierten Bereich des Funkspektrums.
Freiwillige, die Bandbreite teilen möchten, schaffen Netzwerk-Knotenpunkte, indem sie eine Antenne auf dem Dach anbringen, die in Sichtkontakt zu einer benachbarten Antenne des Netzwerks steht und die mit dem Router verkabelt ist, der die zugeteilte Bandbreite aus dem Kabelnetz zuleitet.
CONSUME.netKommerz verhindert Breitbandverbreitung
Der Initiator von CONSUME ist James Stevens. Er betrieb jahrelang das Medienlabor Backspace - ein Modell für eine kreative, offene Plattform, die unabhängig von Sponsoring und Subvention funktioniert.
"Welche Prozesse es auch immer gewesen sein mögen - kommerzielle Interessen oder Rivalität - sie scheinen in der privaten Telekom-Industrie weitverbreitet zu sein und haben der Implementierung von Breitbandinfrastruktur geschadet," meint Stevens.
"Darum folgt die 'Dash-for-Cash'-Praxis der Privatisierung der Telekom. Die Infrastruktur wurde aus den Händen derjenigen genommen die sie benützen und in Kapital verwandelt das in den Taschen einiger weniger verschwand. CONSUME.net setzt sich mit diesem Umstand auseinander."
free2air.orgBreitband als nationale Aufgabe
Als vergangenes Jahr die New Labour Party ankündigte, UK bis 2005 zur führenden Nation in "Breitband"-Infrastruktur zu machen, wurde Breitband zum Bestandteil alltäglichen Vokabulars.
Verständlich, dass nach den geschürten Erwartungen das Scheitern der "Breitband Revolution" in diesem Jahr Schlagzeilen machte. Die Anbieter kamen nämlich mit der Installierung von Breitbandanbindungen einfach nicht nach.
In London hat nun ein loses Netzwerk an Künstlern, Medienaktivisten und anderen ungeduldigen Netzbenützern, die der britischen do-it-yourself Ideologie verhaftet sind, den Zugang zu Breitband selbst in die Hand genommen - unter dem Namen consume.net. Zu den Benutzern und Betreibern zählt auch die in London lebende Medienkünstlerin Manu Luksch. Sie nutzte einen Workshop über do-it-yourself Funknetzwerke, um Aktivisten und Experten über ihre Erfahrungen mit selbstverwalteten Funknetzwerken zu befragen.
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