02.12.2001

MATRIX FORUM

Bildquelle: consum

Breitbandzugang als Do-it-Yourself

"Die Idee hinter CONSUME ist, dass eine Reihe Knotenpunkte, die die Kapazität haben in einem Funknetz als Knoten zu agieren, so zusammengeschlossen werden, dass sie eine Datenwolke bilden," erläutert der CONSUME-Aktivist Alexei Blinov.

Blinov lebt in London, ist Künstler und aktives Mitglied der CONSUME Bewegung, die auf der 2.4 GHz Frequenz ein flächendeckendes Breitbandfunknetz schaffen will. Blinov selbst baut Richtantennen für neue CONSUME-Knoten.

Jeder, der in Sichtkontakt zu solch einer Antenne steht, kann sich gratis in das Netzwerk einloggen. Kostenlos, weil die letzte Meile vom Netz zum Benutzer nicht mit den Kabeln der Telefongesellschaften überbrückt wird, sondern über einen unlizenzierten Bereich des Funkspektrums.

Kommerz verhindert Breitbandverbreitung

Der Initiator von CONSUME ist James Stevens. Er betrieb jahrelang das Medienlabor Backspace - ein Modell für eine kreative, offene Plattform, die unabhängig von Sponsoring und Subvention funktioniert.

"Welche Prozesse es auch immer gewesen sein mögen - kommerzielle Interessen oder Rivalität - sie scheinen in der privaten Telekom-Industrie weitverbreitet zu sein und haben der Implementierung von Breitbandinfrastruktur geschadet," meint Stevens.

Breitband als nationale Aufgabe

Als vergangenes Jahr die New Labour Party ankündigte, UK bis 2005 zur führenden Nation in "Breitband"-Infrastruktur zu machen, wurde Breitband zum Bestandteil alltäglichen Vokabulars.

Verständlich, dass nach den geschürten Erwartungen das Scheitern der "Breitband Revolution" in diesem Jahr Schlagzeilen machte. Die Anbieter kamen nämlich mit der Installierung von Breitbandanbindungen einfach nicht nach.