EU-Anhörung nur "Aufwand und Ärger"
Microsoft rechnet nicht damit, dass ihr Verzicht auf das Recht zur Anhörung im Wettbewerbsverfahren der EU die Entscheidung von Wettbewerbskommissar Mario Monti beschleunigen wird.
William Neukom, legendärer und zum Jahresende scheidender Rechtsberater des Konzerns, beschrieb die unerwartete Ankündigung Microsofts vom Mittwoch als eine "praktische Entscheidung".
Microsoft sei davon ausgegangen, dass die EU-Kommission bereits über reichlich Informationen von Seiten des Unternehmens in dem Fall verfüge. Der mögliche Nutzen aus einem solchen Hearing rechtfertigte deshalb nicht "den Aufwand und den Ärger" dafür.
Microsoft verzichtet auf EU-AnhörungHinterzimmer-Diplomatie
Auf Nachfrage, ob er jetzt mit einem schnelleren Ende des Verfahrens rechne, sagte Neukom in Stockholm: "Nicht notwendigerweise".
Nach seiner Einschätzung wird die Wettbewerbsbehörde "einige Wochen oder Monate" für die Beantwortung der Microsoft-Stellungnahme sowie die Entscheidung über die nächsten Schritte in dem Verfahren brauchen.
Als einen möglichen nächsten Schritt bezeichnete er auch die Frage von Vergleichsverhandlungen. Letztere werden von Microsoft favorisiert, um den Konflikt beizulegen.
