30.11.2001

SANIERUNG

Agfa gibt Digitalkameras und Scanner auf

Im Juni hatte der Agfa-Chef Ludo Verheuven den Rückzug aus dem Konsumer-Digital-Bereich angekündigt. Jetzt ist es soweit: Zum Jahresende stellt Agfa die Produktion von Konsumer-Geräten wie Desktop-Scanner und Digitalkameras ein.

Den Support für verkaufte Geräte übernimmt Agfa weiter. High-End- und Dokumentenscanner bleiben aber im Programm. Agfa begründet die Entscheidung mit der schlechten Rentabilität der Konsumer-Geräte.

Sanierung

Ende September legte die Geschäftsführung des Konzerns den so genannten "Horizon"-Plan vor, mit dem Agfa die schwierige Marktlage bewältigen und seine finanzielle Lage verbessern will.

Der Plan sieht vor, die operativen Kosten um 550 Millionen Euro zu reduzieren und das Umlaufvermögen zu vermindern. Der Vorstand schätzt, dass die Restrukturierungskosten für die Umsetzung des Plans weitere 550 Millionen Euro betragen werden, was einen Abbau von 4.000 Stellen bedeuten könnte.

Stärker konzentrieren will sich die Firma künftig auf die Zeitungsproduktion, die Druckvorbereitung im Verpackungsbereich und auf Technologien für die digitale Plattenproduktion, Steuerungs-Software für Druckmaschinen und den Proofing-Bereich.

Ein Aspekt ist die Neustrukturierung von Produktionsstandorten. So denkt der Konzern darüber nach, die Produktion analoger Druckplatten für den europäischen Markt, die derzeit im englischen Leeds stattfindet, nach Wiesbaden zu verlegen und in Leeds künftig digitale Druckplatten zu produzieren. Dadurch würden in Leeds 400 Arbeitsplätze eingespart. Außerdem will Agfa eventuell die Produktion von Chemikalien für den grafischen Bereich im Jahr 2002 aus dem englischen Margate nach Belgien verlegen.