Webcam-Fieber durch Vulkanausbruch
Seit seinem Ausbruch im Jänner wird eine eigens eingerichtete Website über den Vulkan Augustine in Alaska regelrecht gestürmt.
Seit Mount St. Augustine auf einer unbewohnten Insel im Nordpazifik am 11. Jänner dieses Jahres wieder aktiv geworden ist, richten sich immer mehr Augen auch über das Internet auf den Vulkan.
Eine eigens eingerichtete Website des Alaska Volcano Observatory [AVO], die aus rund 30 Geräten aktuelle Bilder und Messdaten über die Aktivität des Vulkans zeigt, wurde seit ihrem Start Anfang des Jahres über 235 Millionen Mal abgerufen.
Bilder und Daten zur Aktivität
Gezeigt werden Webcam-Bilder, die alle fünf Minuten aktualisiert werden, Daten zur seismischen Aktivität von Wärmesensoren, Satellitenbilder und Bilder von Wissenschaftlern, die den Vulkan ein paar Mal in der Woche überfliegen.
Laut AVO sind vor allem die Webcam-Bilder von der Ostseite des Vulkans bzw. allgemein Bilder am beliebtesten.
Allerdings wird die Linse der Webcam immer wieder von Schnee und Eis bedeckt.
Hilfestellung für Wissenschaftler
Für die Wissenschaftler bieten die detaillierten Bilder eine große Hilfe bei der Analyse der Aktivität von Augustine sowie zum Magmafluss und der generellen Veränderung des 1.260 Meter hohen Vulkans. Seit seinem großen Ausbruch am 11. Jänner ist der Berg aktiv geblieben und hat bei kleineren Ausbrüchen immer wieder Asche, Rauch und Lava ausgespuckt.
Auch die Anrainer holen sich von AVO ihre Information. Die kleine Küstenstadt Homer etwa fürchtet bei einem neuerlichen Ausbruch auch eine mögliche Flutwelle.
Neuer Standard für Forschung?
Das Netz habe die Weitergabe von Information sowie das öffentliche Interesse und Wissen revolutioniert, meint der Vulkanologe Shan de Silva von der Universität von North Dakota. Es sei ein neuer Weg, Vulkane zu überwachen, doch dieser werde sich als Standard durchsetzen, ist sich Chris Waythomas von AVO zudem sicher.
Augustine ist wohl derzeit einer der am besten überwachten Vulkane in den USA. So waren die Wissenschaftler über den Ausbruch Anfang des Jahres nicht wirklich überrascht, nur vom tatsächlichen Zeitpunkt: Sie haben den ersten großen Ausbruch etwas später erwartet.
(futurezone | ORF.at)
